»Kennt die zu allem ein Lied?«, wurde mein Mann vor langen Jahren in meiner Abwesenheit einmal von seiner Studienkollegin gefragt, als sie mich bei unserem ersten gemeinsamen Besuch bei ihr kennenlernte. Ich muss heute noch laut darüber lachen, denn mir war nicht bewusst, dass ich offensichtlich als wandelnde Jukebox durch’s Leben gehe, die auf Stichwort unaufgefordert (und auch noch ohne vorherigen Geldeinwurf) ein passendes Liedchen anstimmt.
Zum Thema Schmuck, um das es heute – vermeintlich off-topic – geht, fällt mir natürlich auch gleich ein ›Lied‹ ein. Weshalb ich auch das Interview, das ich meiner lieben Netzwerkkollegin Biggi Mestmäcker für die TeNo-Reihe »Blogger und ihr Schmuck« gegeben habe, ganz galant zum Anlass für einen weiteren Beitrag in meiner Rubrik »Der singende Punkt« nehmen kann ;-)
Wobei die Bezeichnung ›Lied‹ stark untertrieben ist hinsichtlich des Feuerwerks, das Cunegonde ebenso herzerweichend wie hinreißend in ihrer Arie »Glitter and be gay«aus Leonard Bernsteins Operette »Candide« zündet. Kristin Chenoweth stellt mit ihrer Interpretation nicht nur ihr komisches Talent unter Beweis, sondern meistert gleichzeitig bravourös die äußerst anspruchsvollen Koloratur-Passagen. Ausnahmsweise erhält sie deshalb heute den Vortritt vor meiner Lieblingsinterpretation der trotz Erkältung großartigen June Anderson.
Zum Hintergrund: Cunegonde muss sich an dieser Stelle der verworrenen Handlung in Lissabon als Kurtisane verdingen und bezweifelt unter Tränen, dass solch irdische Dinge wie die ihr geschenkten Perlen und Rubinringe sie für ihre verlorene Ehre entschädigen können … bevor sie sich schließlich doch sehr pragmatisch ihrem Schicksal ergibt: »If I’m not pure, at least my jewels are!«
Zum Glück sind meine Perlen auf andere Weise in meinem Schmuckkästchen gelandet ;-)
PS: Falls jemand nicht jedes Wort verstanden hat, hier ist der Text. Und als Klingelton gibt’s das ›Lied‹ da auch noch … aber da bleibe ich doch lieber bei der Königin der Nacht.
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Sabria David (alias @meta_blum) hat mich heute in herbstliche Stimmung versetzt, weil es ihr ein Bedürfnis war,Rilkes Gedicht zu twittern. Frei nach dem Motto: Hochkultur goes Microblogging!
Angesichts der Wetteraussichten und des bevorstehenden Kälteeinbruchs wird es ja auch Zeit, noch ein wenig in Herbstimpressionen zu schwelgen:
Wer selber in die Tasten greifen möchte, kann übrigens in diesem Schnellkurs seine Kenntnisse noch mal kurz auffrischen ;-)
Wer behauptet, die „Jugend von heute“ würde sich nicht für die Klassiker interessieren, der liegt völlig falsch. Schön an Klassikern ist ja auch, dass ihre zeitlosen Themen sich geradezu für Adaptionen anbieten, von denen einige zum Teil selbst schon wieder den Klassikerstatus erreicht haben.
Die amerikanische College-Jugend hat sich für die Nacherzählung der Geschichte von Romeo und Julia daher auch nicht am Shakespearschen Original orientiert, sondern gleich Bernsteins Musical West Side Story ins Jahr 2009 übertragen.
Der Titel legt schon nahe was kommt. Doch, seht selbst …
via mehralstext. Danke, Biggi! Du hast Recht, eine tolle Idee!
„Das Grün des Sommers“ … Kerstin Stremmel hat mit dieser NZZ-Schlagzeile bei mir gleich ein Glöckchen geläutet, denn als Fan hatte ich natürlich sofort die Zeile „They give us the greens of summers“ aus dem Refrain von Paul Simons Song „Kodachrome“im Ohr.
Mit diesem fröhlich unbeschwerten Opener seines zweiten Solo-Albums „There Goes Rhymin’ Simon“ aus dem Jahr 1974 setzte sich Paul Simon gleich mehrfach in die Nesseln. Sowohl bei der Firma Kodak, als auch bei den Radiostationen in Amerika und England.
Die Radiosender seiner Heimat stießen sich an der ersten Zeile des Songs: „When I think back on all the crap I learned in high school“.
Die Firma Kodak hatte zwar gegen den Text nichts einzuwenden, forderte Simon aber auf, das Wort Kodachrome auf der Schallplattenhülle bei jeder Nennung mit einem Trademark-Kennzeichen zu versehen, was er widerwillig tat. Und in good old Europe fiel der Song bei der BBC aufgrund der Nennung des Markennamens Kodachrome den strikten Werberichtlinien zum Opfer und wurde gar nicht erst gespielt. Ein Schicksal, das er mit der Coca-Cola-trinkenden „Lola“ der Kinks teilte, der daraufhin schnell eine Cherry Cola in die Hand gedrückt wurde. weiterlesen …
Es gibt Dinge, die sind einfach da. Tempotaschentuch, Tesafilm, Espressokanne – sie sind so selbstverständlich, dass man gar nicht auf die Idee kommt, dahinter könnte ein Erfinder stecken. So wie mit dem Logo, das mehr als jedes andere kopiert worden ist. Dabei ist der Mann, der es sich ausgedacht hat, alles andere als ein Unbekannter.
Zelten? Hier?
Jetzt weiß ich zwar mehr über Milton Glaser, den großzügigen Logo-Spender, der heute 80 wird, und über die Kampagne, die das Image New Yorks aufpolieren half. Aber zelten – wie von der offiziellen Tourismus Website vorgeschlagen – möchte ich dort trotzdem lieber nicht …
* Unverkennbar, woher Mary Martins Sohn, Larry Martin Hagman, sein schauspielerisches Talent hat, oder? Der Name sagt euch nix? Doooch, ich sage nur J. R., oder auf Österreichisch: Tsche A. Das waren noch Zeiten … ich hab Dallas zwar nie geguckt, dafür aber lauthals „Wasdwaswawannidatscheawa“ (Hochdeutsch: „Weißt du was wäre, wenn ich der J. R. wäre“) mitgesungen aber das gehört ja hier überhaupt nicht her …
Für alle, die sich nach dem Blick auf den Kalender nicht gleich wieder hingelegt haben :-), hier ein funkelnder Edelstein der beiden großen Unterhaltungskünstler Günter Eilemann (Musik) und Hans Hubberten (Text*).
Geschliffen, gefasst und präsentiert in der Goldschmiede von Götz Alsmann & Band: