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Tücken der Bildbearbeitung …

25. Juni 2009 · 4 Kommentare

Da waren's nur noch ...

Da waren's nur noch ...

„Kind in den Brunnen gefallen“ hätte die Überschrift des aktuellen Provinz-Kindergartendramas auch lauten können, von dem ich heute Morgen in unserer Zeitung las.

Es begab sich zu noch kalter Jahreszeit im Kindergarten „Wichteltreff“, wo sich die Leiterin mit der Gruppe der Vorschulkinder und einem Fotografen zur vermeintlich unverfänglichen Situation des Abschlussfotos zusammenfand. Die Kinder versammelten sich im Hof des „Wichteltreff“. Ein Kind trug allerdings in der mittlerweile warmen Mittagssonne noch seine Winterjacke. Auf Wunsch der Leiterin, die diesen Anblick „irgendwie dumm“ fand, wurde die Jacke gegen die eines anderen Kindes ausgetauscht, das Foto gemacht und dann nahm das Schicksal seinen Lauf.
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Die „Abwrackprämie“ von Ferne betrachtet …

2. April 2009 · 4 Kommentare

Ein Mosaikbild kann ich in seiner ganzen Pracht nur erfassen, wenn ich mich etwas von ihm entferne. Dann erkenne ich überhaupt erst, zu welchem Bild sich die vielen Steinchen zusammenfügen.

Hierzulande entsteht vor unseren Augen gerade ein neues Mosaik. Seine Schöpfer hatten dazu eigens ein Steinchen golden lackiert und mit dem wohlklingenden Namen „Umweltprämie“ versehen. Beim Einsetzen fiel es aber mit der unlackierten, grauen Seite in den Mörtel und blieb gleich felsenfest haften. Seitdem zeigt die stumpfe Seite nach oben, auf der das Wort „Abwrackprämie“ prangt.

Schon aus geringer Distanz zeichnet sich ab, dass dieses Mosaik kein glanzvolles Meisterwerk werden wird. Aus der Ferne meint Joachim Güntner, der ausgezeichnete Deutschland-Kulturkorrespondent der NZZ, auch schon den Umriss des Gesamtbildes erkennen zu können.

In seinen prägnanten Gedanken über das „Wegwerfen zweiter Ordnung“ deutet er darauf hin, dass dieses kleine Steinchen ein Eigenleben entwickelt hat und im Begriff ist, den Grundton des gesamten Bild zu bestimmen:

Der Grosse Brockhaus von 1928 [...] definierte das Abwracken noch als nachhaltige Wirtschaftsweise, als Demontage eines Schiffs «zur Verwertung der einzelnen Teile». Über solch achtsame Wiederverwendung von Resten sind die Abwracker von heute hinaus. Verschrottung von Brauchbarem wird nicht nur nicht verpönt, sondern honoriert. Der Schritt von der Wegwerfgesellschaft zur Wegwerfprämierungsgesellschaft ist getan.

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Schlimmer geht’s (n)immer …!

6. März 2009 · Kommentar schreiben

© be|es|ha

© be|es|ha

Mir entfuhr ein lautes und herzhaftes „Aua!“ als ich heute Morgen in der Zeitung vom neuesten Coup des Zweiten Deutschen Fernsehens las: Eine weitere Casting-Show. Wie originell! Thematisch perfekt zum Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Senders passend, denn mittels dieser Show soll die Jugend – wie zu guten alten 68er-Zeiten (O-Ton ZDF!) – (wieder) für Politik interessiert werden …

Als cooler Jugendsender wählt das ZDF für diese Sendung den einzig möglichen Titel, mit dem die Zielgruppe auch gleich unmissverständlich umrissen ist: „Ich kann Kanzler!“

Wie es wohl zur Wahl dieses Titels kam?

Die ZDF-Unterhaltungsredaktion entschließt sich, die angelsächsische Formatvorlage zu kopieren. Das ist ja völlig ungefährlich, solange die Lizenzen bezahlt werden. Aber Vorsicht! Den englischen Titel „The Next Great Leader“ kann man bei uns nicht einfach wörtlich übersetzen …

„Nein, nein, nein“, merkt man in der Redaktion, „das geht nicht. Wie hieß die Sendung denn in Kanada?“ – Canada’s Next Great Prime Minister – „Hmmm. ‘Deutschlands nächster großer Kanzler’. Da wird unser Stammpublikum denken, es geht um Konrad Adenauer. In der Sendung soll es aber doch um junge Leute gehen, die möglichst auch vor dem Fernseher sitzen sollen … Junge Leute … sind das nicht die Pisa-Versager, die ohnehin nicht mehr richtig Deutsch können? Ja klar! Dann ist es ja einfach!“

Liebes ZDF, war es so?

Im Grunde will ich es gar nicht wissen, ich will nur Titel wie diese NIE MEHR LESEN ODER HÖREN MÜSSEN!!!

Mir reicht es. Ich bin weder Deutschland noch Papst noch bin ich gewillt, das Wort „können“ mit etwas anderem als einem „Tu-Wort“ in Verbindung zu bringen. Ich kann euch schreiben, dass ich dieses Kauderwelsch unangebracht finde. Aber ich kann offensichtlich nicht erwarten, dass der Unterhaltungschef eines öffentlich-rechtlichen Senders das Fernsehpublikum nicht für vollkommen verblödet hält.

Und da macht Roland Koch sich Sorgen um die Besetzung des Nachrichten-Chefredakteurs beim ZDF …

P.S.: Wer bildet die Jury und urteilt darüber, ob die Kandidaten qualifiziert wären, unseren Staat zu lenken? Günther Jauch, Anke Engelke und Henning Scherf. Noch Fragen?

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