Schlagwort-Archive: Lisa Graf-Riemann

111 x Hirschgulasch im Berchtesgadener Land ;-)

Bei meiner hochgeschätzten Texttreff-Kollegin Lisa Graf-Riemann ging das Bücherschreiben immer schon »wie ’s Brezelbacken«. Nach beachtlichen Mengen an Lehr- und Sachbüchern – darunter der unterhaltsame Fettnäpfchenführer Spanien – hat sie nach »Eine schöne Leich« (2010) und »Donaugrab« (2011) im April bereits ihren dritten Kriminalroman vorgelegt.

Berchtesgaden im Doppelpack

Und als sei das noch nicht beeindruckend genug, servierte sie zeitgleich zu ihrem schmack- und nahrhaften »Hirschgulasch« auch noch den wunderbaren Führer »111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss«.

Als Rheinländerin vermute ich da natürlich sofort, dass die aus Köln vertriebenen Heinzelmännchen ihre neue Heimat in Berchtesgaden gefunden haben müssen, denn gleich zwei solch anspruchsvolle Titel vorzulegen, ist wohl kaum ohne Hilfe zu schaffen. Und richtig, es gab einen »Heinzelmann«, denn beide Neuerscheinungen hat Lisa Graf-Riemann gemeinsam mit  Ottmar Neuburger verfasst.

Nach der Lektüre ihrer Neuerscheinungen kann ich mir gut vorstellen, wie die beiden auf ihren Touren zu den 111 sehenswertesten Orten im Berchtesgadener Land am Plot für ihren Kriminalroman gefeilt haben. Wie ich aus sicherer Quelle weiß, ist bei einem ihrer Erkundungsgänge sogar Blut geflossen … Davon abgesehen, hat sich die Zusammenarbeit des Autorenteams als wirklicher Glücksfall erwiesen.

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Sehr unterhaltsam und lehrreich: Fettnäpfchenführer Spanien

Spanien – Land der feurigen Toreros und kastagnettenschwingenden Flamencotänzerinnen, Heimat von Paella und Sangria. Über Spanien braucht man uns doch nix mehr erzählen, das kennen wir wie unsere Westentasche, dort fühlen wir uns wie zu Hause. Und auch die Verständigung klappt bestens: los wochos, los chipsos, los bieros …
Spanien, olé! Nee, nee, Marie, ist dat nit schön? :-)

Lisa Graf-Riemann: Fettnäpfchenführer Spanien | Conbook VerlagWer sich während eines All-inclusive-Urlaubs nur am Strand der Costa Brava rösten oder sich bevorzugt am Balneario Nº 6 unseres 17. Bundeslandes aufhalten möchte, wird mit dem gerade erschienen Fettnäpfchenführer Spanien wenig bis nichts anfangen können. Für alle anderen, die für kurze oder längere Zeit nach Spanien reisen und sich im Vorfeld intensiv mit Land und Leuten vertraut machen möchten, ist der frisch erschienene Führer des Conbook-Verlags ein echter Gewinn.
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Donaugrab: Keine ruhige Minute für Kommissar Meißner aus Ingolstadt

Lisa Graf-Riemann: Donaugrab»Eine schöne Leich« ist es diesmal wahrlich nicht, die meine Texttreff-Kollegin Lisa Graf-Riemann uns in ihrem zweiten Oberbayern Krimi »Donaugrab« präsentiert. Ihrem zweiten Opfer ist es auch nicht vergönnt, idyllisch im Gladiolenfeld sein Ende zu finden, nein: es wird aus dem Auffangbecken des Donaukraftwerks geborgen. Gerade aus dem Urlaub nach Ingolstadt zurückgekehrt, wird Kommissar Meißner durch diesen Fall rasch wieder in den Ermittlungsalltag hineinkatapultiert, der ihn und sein Team diesmal unter anderem ins Ingolstädter Schulmilieu führt.

Die Aufklärung des Falls gestaltet sich nicht nur wegen der vielschichtigen Schulproblematiken (Leistungsdruck, schwierige Situationen im Elternhaus, fehlende Wertschätzung, um nur einige zu nennen) schwierig, sondern vor allem, weil am »Tatort Schule« Schlag auf Schlag weitere Straftaten begangen und besorgniserregende Entdeckungen gemacht werden. Und selbst nach Feierabend kennt die Autorin keine Gnade für ihren Kommissar Meißner: auch sein Privatleben hält den gebeutelten Ermittler emotional sehr auf Trab.

Lisa Graf-Riemann versteht es meisterhaft, die vermeintliche oberbayerische Idylle mit der Realität zu kontrastieren, in der Gewalt in unterschiedlichen Formen auch in Ingolstadt zum (Schul-)Alltag gehört. Gekonnt führt die Autorin Ermittlungsteam und Leserschaft auf falsche Fährten, in brenzlige Situationen und spannende Verfolgungsjagden. Angesichts der teils »großstädtischen« Themen, mit denen sich die Ingolstädter Ermittler/innen plötzlich befassen müssen, wirken sie teilweise auch hilflos und ein wenig überfordert.

Mit »Donaugrab« gelingt es der Autorin erneut, mehr als einen bloßen Regio-Krimi zu schreiben. Graf-Riemanns Kriminalgeschichten erwachsen aus wichtigen gesellschaftlichen Themen, die ihr – genauso wie Land und Leute – spürbar am Herzen liegen. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin von Charakteren, Milieus, Stadt und Landschaften und lässt sie durch ihre bilderreiche Sprache lebendig werden. Dabei erzählt sie so detail- und kenntnisreich, spannend, humorvoll und teils anrührend, dass man regelrecht in die Geschichte hineingezogen wird. Ich hätte ihr gerne auch noch länger zugehört. Allein, die Autorin beliebte, just im spannendsten privaten Moment ihres Heldens den Vorhang fallen zu lassen. Was ich ihr nur verzeihe, weil ihr rasantes Schreibtempo bald auf den 3. Meißner-Krimi aus TATLINS DOG hoffen lässt ;-)

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Lisa Graf-Riemann
Donaugrab
Oberbayern Krimi
Emons Verlag, Köln 2011
ISBN 978-3-89705-820-0
9,90 €

Premierenlesung:
12.04.2011, 19 Uhr: Bücherstube Neuburg an der Donau, Eisengasse 124

»Eine schöne Leich«: Weit mehr als ein spannender Regio-Krimi

Gerstern um Mitternacht war ich endlich erlöst. Gegen 10 Uhr abends hatte ich mich mit Lisa Graf-Riemanns Krimi-Erstling »Eine schöne Leich«, den ich am Wochenende zu lesen begonnen hatte, aufs Sofa verzogen. Zwei Stunden später fand ich mich auf dem Hocker direkt vor dem Kaminofen wieder, weil ich das Buch zwischenzeitlich nicht mal aus der Hand legen wollte, um in Ruhe den Ofen nachzufüllen. Mit anderen Worten: Ich fand es sehr spannend.

Und nicht nur das. Ich war auch ein bisschen traurig, dass die Geschichte, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hatte, nun zu Ende war. Diese ebenso spannende wie traurige, poetische und – trotz düsteren Sujets – an manchen Stellen auch sehr humorvoll geschriebene Erzählung.

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