Oper? Wie langweilig …

Ich gestehe: Oper war noch nie so recht mein Fall.

Die Geschichte der Oper allgemein, ja, in die musste ich mich während meines ansonsten mit Feuereifer betriebenen musikwissenschaftlichen Studiums hineinvertiefen, denn gänzlich konnte ich mich um den Themenbereich Oper nicht herumdrücken. Für die kompliziert verwobenen Handlungsstränge der meisten Opern konnte ich mich aber nicht erwärmen. Geschweige denn konnte ich mir die unzähligen Haupt- und Nebenfiguren, Spielorte, Zeiten und geschichtlichen Rahmenhandlungen merken.

Vielleicht lag es daran, dass ich nie einem Opernenthusiasten in die Finger gefallen bin. Oder dass mich bisher noch niemand mit kreativen Aktionen für die Welt der Oper begeistern konnte.

Das alles ist jetzt anders geworden …

Ausgezeichnetes Ensemble!

Ausgezeichnetes Ensemble!

Um genauer zu sein ist bereits vor zehn Jahren eine gravierende Änderung eingetreten, denn seitdem gibt es das Ensemble „Opera senza“. Das heißt übersetzt „Oper ohne“ … ohne Gesang, ohne Bühnenbild, nur die (Harmonie-)Musik, gespielt von einem ausgezeichneten Bläserensemble plus Kontrabass.

Die Konzerte von Opera senza sind jedesmal ein ganz besonderes Erlebnis, denn sie werden – und hier kommt der Opernenthusiast ins Spiel – moderiert von Sebastian Blöcher, dem es auf einzigartige Weise gelingt, Entstehungs- und Handlungsgeschichte verständlich, unterhaltsam und einprägsam zu präsentieren. Von ihm stammt auch der Ausdruck „Oper im mp3-Format“ – komprimiert auf das Wesentliche …

Auf die Plätze, fertig, los!

Wer einmal ein Konzert von Opera senza besuchen möchte, zu den Kurzentschlossenen gehört und im Großraum Köln ansässig ist, kann am kommenden Sonntag um 11 Uhr im Funkhaus des WDR am Wallraffplatz der Oper „Cosí fan tutte“ von Mozart in der Opera-senza-Fassung lauschen.

Ach so, vielleicht sollte ich noch kurz sagen, worum es bei „Cosí fan tutte“ geht

Seit ich über Das KulturmanagementBlog auf #operaplot, die kreative Twitter-Aktion der Musikkritikerin Marcia Adair alias Miss Mussel, aufmerksam geworden bin, kann ich das auch in 140 Zeichen:

Von altem Griesgram ausgetrickst, werden Offiziersgeliebte untreu. Wette gewonnen, alle Herzen gebrochen, Freude und Trost nur durch Musik. *

Na, neugierig geworden? Dann sehen wir uns ja vielleicht bald …

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* Wem das jetzt doch zu knapp war, für den gibt es hier eine ausführlichere Zusammenfassung.

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6 Antworten zu “Oper? Wie langweilig …

  1. Ich denke, mit Twittern und all den Tools lässt sich einiges machen. Die Zusammenfassung von „Cosí fan tutte“ hätte ich mal vor 30 Jahren bekommen sollen, vielleicht hätte ich damals mehr mit der Oper anfangen können.

    Übrigens: dank des Backlinks habe ich das Blog hier entdeckt, vielen Dank! Kommt gleich in den Reader…

    • @ Christian: Ja, dank deines Blog-Beitrags und den dort erwähnten Twitter-Methoden, beginne ich auch gerade erst, „die (sinnvollen) Möglichkeiten zu entdecken“ … ;-)
      Ich finde Miss Mussels Idee einfach klasse, denn wenn ich mir die #operaplots so durchlese, bekomme ich auf diesem Umweg tatsächlich Lust, mehr über die Werke herauszufinden. Ist sicherlich auch ein toller Tipp für Musiklehrer. Im Rückblick ist es richtig schade, dass es Twitter zu meiner Schulzeit noch nicht gab …

      Ich hätte schon viel eher mal backlinken können, denn bei dir gibt es ja ständig Interessantes zu lesen! :-)

  2. Pingback: Wozu Twitter?, Teil 2 « Textsektor

  3. Gute Idee, Twitter in den Musikunterricht einzubauen. Oder auch in den Deutschunterricht: fasse mal Goethes Faust in 140 Zeichen zusammen. ;-)

  4. Pingback: #OperaPlot Press Clippings | The Omniscient Mussel

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