Wären Max und Moritz heute Passwort-Fischer?

Bequem haben sie es, die bösen Buben von heute! Während Max und Moritz der Witwe Bolte noch aufs Dach gestiegen sind, um sich ihre Brathähnchen zu angeln, warten ihre Nachfolger heute nur noch auf einen Klick von uns, mit dem wir in ihre Internetfallen tappen.

Auf gefälschte Bankseiten fallen wir vielleicht nicht mehr so leicht herein, aber es gibt ja Variationsmöglichkeiten für diese Phishing-Methode. Verkürzte Internetadressen, wie man sie z. B. bei tinyURL erzeugen lassen kann, erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weil sich damit viel schneller und einfacher lange Internetlinks verschicken lassen. Für einen hinterhältigen „Angelausflug“ bieten sie sich regelrecht an, denn der Empfänger sieht nur den Köder und hängt nach dem Klick darauf auch schon am Haken.

Die Max-und-Moritz-Geschichte wird also immer neu geschrieben und hört sich in gekürzter Fassung heute zum Beispiel so an …

Ach was muß man oft von bösen
Buben hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Passwort-Fischer hießen.
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!
Surfer necken, User quälen
Passwörter, PINS und Kohle stehlen.
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer
Als in Büro oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.

Passwort-Fischer, wehe euch!
Bald habt ihrs nicht mehr so leicht!
Warum sollten wir denn leiden
Und kurze URLs vermeiden?
Denn dank Christian Henner-Fehr,
mach ich euch selbst das Leben schwer.

Hei! Da seh ich voll Interesse
die abgekürzte Webadresse.
„Haben die mich gleich im Sack,
das ausgekochte Lumpenpack?“

LongURL.org, los, fang an!
Mach mir diese Adresse lang!“
„Her damit!“ und in den Trichter,
Da schüttelt es die Bösewichter.

Rickeracke! Rickeracke!
Geh’n die Verkürzten mit Geknacke.
Zum Schluss kann man sie dann erblicken
Fein geschroten und in Stücken.
So kann ich sie dann doch erwischen
bevor sie meinen Teich leer fischen.

Und dann sag ich, mild und weich,
„Sieh mal an, ich dacht es gleich!“
Und „Jajaja!“ ruf ich dann keck:
„Bosheit ist kein Lebenszweck!“

Kurz, im ganzen Netz herum
Geht ein freudiges Gebrumm
„Gott sei Dank! Nun ist’s vorbei
Mit dieser Übeltäterei!!“

Und doch ahnen wir zugleich,
das ist doch nicht der letzte Streich …

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2 Antworten zu “Wären Max und Moritz heute Passwort-Fischer?

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