Tücken der Bildbearbeitung …

Da waren's nur noch ...

Da waren's nur noch ...

„Kind in den Brunnen gefallen“ hätte die Überschrift des aktuellen Provinz-Kindergartendramas auch lauten können, von dem ich heute Morgen in unserer Zeitung las.

Es begab sich zu noch kalter Jahreszeit im Kindergarten „Wichteltreff“, wo sich die Leiterin mit der Gruppe der Vorschulkinder und einem Fotografen zur vermeintlich unverfänglichen Situation des Abschlussfotos zusammenfand. Die Kinder versammelten sich im Hof des „Wichteltreff“. Ein Kind trug allerdings in der mittlerweile warmen Mittagssonne noch seine Winterjacke. Auf Wunsch der Leiterin, die diesen Anblick „irgendwie dumm“ fand, wurde die Jacke gegen die eines anderen Kindes ausgetauscht, das Foto gemacht und dann nahm das Schicksal seinen Lauf.

Das „Winterjackenkind“ berichtete seinen Eltern vom Fotoereignis und dass die Leiterin es für dumm halte, die Eltern wollten das Kind nicht in einer Fremdjacke auf dem Abschlussfoto verewigt wissen und drängten auf ein neues Foto, das aus Kostengründen aber nicht gemacht werden konnte.

Offensichtlich ließen es die Kosten aber zu, das „Winterjackenkind“ mit den Mitteln moderner Bildbearbeitungsprogramme gleich ganz aus dem Foto wegretuschieren zu lassen. Dieses Gruppenbild der „Abschlusswichtel minus 1“ wurde an alle Kinder bis auf das „Winterjackenkind“ verteilt, das wiederum ein Portraitfoto in eigener Jacke aber von einer Fremdmutter geknipst erhielt …

Ich würde sagen, jetzt wäre es für alle Beteiligten an der Zeit, Herz, Hirn und Verstand einzuschalten.

Und was Bildretuschen angeht:
Ich persönlich verwende die wirklich nur in ganz speziellen Ausnahmefällen.

PS: Schön, dass es heutzutage sanfte Methoden gibt, um unliebsame Personen von Fotos zu entfernen und man z. B. nicht mehr zur Schere greifen muss. Diese Methode wandte nämlich der Vater einer Freundin nach deren Scheidung an, um seinen ehemaligen Schwiegersohn von allen Familienbildern zu entfernen … ganz ohne „Undo“-Button ;-)

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4 Antworten zu “Tücken der Bildbearbeitung …

  1. Herr, lass Hirn regnen – auch auf Wichtelmütter! Fragt sich nur, ob es sich bei dem Abschlussfoto ohne Fremdjackenkind um Geschichtsfälschung handelt. Oder nur um stinknormale Dämlichkeit.

    • :-) Ja, der Heilige Geist scheint dieses Jahr an Pfingsten woanders unterwegs gewesen zu sein. Vielleicht kriegen sie die Kurve ja noch. Ich werde die Augen und Ohren offen halten!

  2. Nein! NEIN! Nein, nein, nein! Bitte sagt, dass es keinen „Tourist-Remover“ gibt! Weil ich doch, seit ich denken kann, Touristen durch ihre Souvenirbilder hüpfe, um all around the world auf möglichst vielen Fotos verewigt zu sein: über einem Sofa hängend in Neuseeland, an der Wohnzimmerwand in Tokio, im Fotoalbum einer Finnin und auf dem Kaminsims eines holländischen Ehepaars … Die können mich jetzt alle WEGRETUSCHIEREN? Obwohl ich an diesem Projekt seit 25 Jahren arbeite …?

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