Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

[Rainer Maria Rilke]

Sabria David (alias @meta_blum) hat mich heute in herbstliche Stimmung versetzt, weil es ihr ein Bedürfnis war, Rilkes Gedicht zu twittern. Frei nach dem Motto: Hochkultur goes Microblogging!

Angesichts der Wetteraussichten und des bevorstehenden Kälteeinbruchs wird es ja auch Zeit, noch ein wenig in Herbstimpressionen zu schwelgen:

Wer selber in die Tasten greifen möchte, kann übrigens in diesem Schnellkurs seine Kenntnisse noch mal kurz auffrischen ;-)

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6 Antworten zu “Herbsttag

  1. Ich habe „noch ein wenig in Herbstdepressionen zu schwelgen“ gelesen und mich gewundert. Ach so, „Impressionen“, na, passt besser zu dir – du bist immer so optimistisch. ;-)

  2. Wär das im Sommer passiert – fein. Aber im Herbst bin ich aus Prinzip übellaunig! ;-)))

    • Oooch, warum das denn? Wo doch die bunten Blätter so schön rascheln, die Kastanien herumkullern, lustige Kürbisse sprießen …

  3. Guter Beitrag, jedoch habe ich mal eine Frage. Wie kann ich diesen Blog zu meinem Feed Reader hinzufügen? Ich finde das Icon nicht. Danke

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