»Was soll ich schreiben?«

Selbst wer gerne und viel schreibt, hat sich diese Frage sicher schon gestellt. Zu manchen Anlässen oder Adressaten  fällt einem nicht immer zur richtigen Zeit das Passende ein, man lenkt sich mit anderen Dingen ab und behält diese Frage im Hinterkopf, bis der Knoten dann endlich platzt.

Meistens geht es in solchen Situationen nur um den Punkt, sich zu überwinden und einen Anfang zu finden. Außer bei Schriftstellern mit einer ernstzunehmenden Schreibblockade geht es bei dieser Frage selten um die eigene Existenz.

Hans Alberts ist kein Schriftsteller und dennoch stellte sich bei ihm diese Frage  in einem sehr existenziellen Kontext. Als Polizeibeamter musste er schreiben: Einen Bericht über einen Einsatz mit einem Kollegen, dessen Verhalten alles andere als einwandfrei war. Die Situation brachte ihn in seiner Probezeit in einen argen Gewissenskonflikt, an dem er uns in seiner Geschichte »Was soll ich schreiben?« teilhaben lässt.

Hans Alberts gehört zu den Polizisten, die sich 2002 zu den »Polizei-Poeten« zusammengeschlossen haben. Nach dem Motto »Schreib einfach!« kann dort jeder Kollege Einsatzerlebnisse schreibend verarbeiten und seine Gedanken und Gefühle mitteilen:

Oft erleben wir uns als „Maschinen“, die funktionieren müssen, während der Teil Mensch zu verkümmern droht. Jetzt ist es Zeit, diese Teile sprechen zu lassen, um zu zeigen, dass unser Beruf tatsächlich „so interessant wie das Leben“ ist.

Dank der Geschichten der Polizei-Poeten lernen wir aber vor allem auch einmal die schwersten Seiten dieses Berufes kennen, die wir sonst bestenfalls erahnen könnten.

[Foto: pixelio/by-sassi]

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2 Antworten zu “»Was soll ich schreiben?«

  1. Polizei-Poeten – tolle Sache, danke für den Hinweis! Ich kann mir vorstellen, dass der Job manchmal hart ist. Ist ja auch leider nicht mit dem besten Image behaftet… Umso interessanter, mal ein paar Einblicke zu bekommen.

    • Ja, ich finde die Idee der Polizei-Poeten auch sehr gut. Die hautnahen Einblicke, die man aus dieser Perspektive erhält, sind zum Teil wirklich sehr eindringlich und regen zum Nachdenken an.

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