In memoriam Charles Ives

»Die Zukunft der Musik hängt weniger von der Musik selbst ab als vielmehr davon, inwieweit es ihr gelingt, den Wünschen und Idealen der Menschen zu entsprechen und sie zu fördern statt einzuengen, und inwieweit es ihr gelingt, mit den höchsten Dingen eins zu werden, welche die Menschheit vollbringt und erträumt. Oder um es andersherum auszudrücken: Was die Musik ist und was sie sein soll, ist vielleicht schon im Glauben des unbekannten Philosophen enthalten, der vor einem halben Jahrhundert sagte: ›Wie kann es überhaupt schlechte Musik geben? Alle Musik kommt ja vom Himmel. Wenn irgendetwas Schlechtes in ihr ist, dann muß ich selbst es hineingelegt haben – durch meine Ungeradlinigkeit und meine Beschränkungen. Die Natur erschafft Berge und Felder, der Mensch errichtet Zäune und Abgrenzungen‹. Er ist der Wahrheit womöglich näher gekommen, als wir glauben wollen.«

[aus Charles Ives (*20. 10.1874 † 19. Mai 1954): Music And Its Future, in: American Composers on American Music. A Symposium, hrsg. v. Henry Cowell, Stanford, CA, 1933]

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