Archiv der Kategorie: Doppelpunkt

auslassungen zu direkter rede und ähnlichem

Über den richtigen Umgang mit Luftschlössern …

hat sich Henry David Thoreau schon vor 155 Jahren am Schluss seines Buchs „Walden“ geäußert und heute ist mir sein Rat wieder in die Hände gefallen:

If you have built castles in the air, your work need not to be lost; that is where they should be. Now put the foundations under them …

Zum Frühlingsanfang …

090320_21Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt; „Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.“

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

[„Frühling“ von Theodor Fontane]

Finanzkrise und ‚‚Matriarchat‘‘

Schon vor mehr als einem Vierteljahrhundert hat Luise F. Pusch die – in ihren Augen – sprachlichen Missbildungen „Mutterkonzern‘‘ und „Tochtergesellschaft‘‘ zum ersten Mal glossiert (‚‚Wir leben im Matriarchat‘‘, 1983).

Gestern hat sie aus Anlass der derzeitigen Finanzkrise nachgelegt und erläutert in ihrem Blogbeitrag „GM Große Mutter‘‘, dass wir zur Erforschung matriarchalischer Strukturen den Blick nicht in die Vergangenheit richten müssen, denn die Industrie exerziert seit Jahrzehnten ein Matriarchat „von geradezu utopischer Kühnheit und Konsequenz‘‘ – allerdings nur sprachlich …

Einfach ein Etikett aufzukleben funktioniert auf Dauer nicht und kann – ganz im Gegenteil – gehörig ins Auge gehen. Im Beispiel, das Biggi zum Thema gefunden hat, wird sehr anschaulich und verständlich erklärt, wie es zur Finanzkrise kommen konnte.

Schlimmer geht’s (n)immer …!

© be|es|ha

© be|es|ha

Mir entfuhr ein lautes und herzhaftes „Aua!“ als ich heute Morgen in der Zeitung vom neuesten Coup des Zweiten Deutschen Fernsehens las: Eine weitere Casting-Show. Wie originell! Thematisch perfekt zum Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Senders passend, denn mittels dieser Show soll die Jugend – wie zu guten alten 68er-Zeiten (O-Ton ZDF!) – (wieder) für Politik interessiert werden …

Als cooler Jugendsender wählt das ZDF für diese Sendung den einzig möglichen Titel, mit dem die Zielgruppe auch gleich unmissverständlich umrissen ist: „Ich kann Kanzler!“

Wie es wohl zur Wahl dieses Titels kam?

Die ZDF-Unterhaltungsredaktion entschließt sich, die angelsächsische Formatvorlage zu kopieren. Das ist ja völlig ungefährlich, solange die Lizenzen bezahlt werden. Aber Vorsicht! Den englischen Titel „The Next Great Leader“ kann man bei uns nicht einfach wörtlich übersetzen …

„Nein, nein, nein“, merkt man in der Redaktion, „das geht nicht. Wie hieß die Sendung denn in Kanada?“ – Canada’s Next Great Prime Minister – „Hmmm. ‚Deutschlands nächster großer Kanzler‘. Da wird unser Stammpublikum denken, es geht um Konrad Adenauer. In der Sendung soll es aber doch um junge Leute gehen, die möglichst auch vor dem Fernseher sitzen sollen … Junge Leute … sind das nicht die Pisa-Versager, die ohnehin nicht mehr richtig Deutsch können? Ja klar! Dann ist es ja einfach!“

Liebes ZDF, war es so?

Im Grunde will ich es gar nicht wissen, ich will nur Titel wie diese NIE MEHR LESEN ODER HÖREN MÜSSEN!!!

Mir reicht es. Ich bin weder Deutschland noch Papst noch bin ich gewillt, das Wort „können“ mit etwas anderem als einem „Tu-Wort“ in Verbindung zu bringen. Ich kann euch schreiben, dass ich dieses Kauderwelsch unangebracht finde. Aber ich kann offensichtlich nicht erwarten, dass der Unterhaltungschef eines öffentlich-rechtlichen Senders das Fernsehpublikum nicht für vollkommen verblödet hält.

Und da macht Roland Koch sich Sorgen um die Besetzung des Nachrichten-Chefredakteurs beim ZDF …

P.S.: Wer bildet die Jury und urteilt darüber, ob die Kandidaten qualifiziert wären, unseren Staat zu lenken? Günther Jauch, Anke Engelke und Henning Scherf. Noch Fragen?

„Schwäbischer Gruß“ auf Chinesisch

Götz von Berlichingen lebt! Ein Nachfahre des berühmten schwäbischen Reichsritters arbeitet als Korrektor bei der Zeitung „Nanfang Dushibao“.

Notleidende Banken …

… wurde mit folgender Begründung zum Unwort des Jahres 2008 gekürt:

Das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise wird rundweg auf den Kopf gestellt.

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Jetzt bloggt sie auch noch …

be|es|ha

Ja, jetzt blogge ich auch noch. Denn kurz nach dem Jahreswechsel sind die guten Vorsätze noch frisch und so bin ich beim Entrümpeln auf die glorreiche Idee gekommen, von nun an nicht mehr Zettelchen anzulegen und Schnippselchen aufzuheben, sondern mein Ideenfeuerwerk gleich umzusetzen oder zumindest die Einfälle hier aufzuheben, damit der Schreibtisch auch immer schön aufgeräumt bleibt.

Worüber bloggt sie denn?
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