Archiv der Kategorie: Höhepunkt

10 Jahre Texttreff

Heute feiert mein Lieblingsnetzwerk Geburtstag! Vor genau 10 Jahren hatte die wunderbare Susi Ackstaller aka Texterella die Idee, ein Netzwerk für Texterinnen zu gründen: den Texttreff. Im Laufe der Jahre hat er sich zu einem sehr lebendigen und vor allem überaus tragfähigen Netzwerk entwickelt, in dem mittlerweile fast 690 Fachfrauen aus allen Textberufen versammelt sind.

Kein Wunder, dass dank dieser Ansammlung geballten Fachwissens keine Frage unbeantwortet bleibt. Doch nicht nur in beruflichen Fragen, auch in privaten Belangen hat sich der Texttreff bereits sehr oft als große Stütze erwiesen.

Ein Netzwerk lebt durch seine Mitglieder und deren Bereitschaft, Wissen und Erfahrungen zu teilen. Und durch ihre Fähigkeit und Bereitschaft wertschätzend miteinander zu kommunizieren. Das alles ist im Texttreff sehr ausgeprägt und dafür danke ich allen meinen Netzwerkpartnerinnen – auch Textinen genannt – sehr herzlich.

Mein besonderer Dank gilt dir, liebe Susi, für deine geniale Idee, die zur Gründung des Texttreffs geführt hat, unserer »Tech-Textine« Carola Heine und allen TT-Moderatorinnen, die unsere Diskussionen und Auseinandersetzungen im Texttreff mit Besonnenheit und Weitsicht begleiten.

Happy Birthday to us!

»Grüezi mitenand, Chili- und Zitronenosterhase!«

Uuuiii, dieses Jahr durfte ich weitgereisten und exotischen Osterbesuch aus der Welt der Schokolade in meinem Garten begrüßen!

Aus dem Xocolatl in Basel, meinem Lieblingsschokoladengeschäft, dem ich ja sonst nur zwischen den Jahren einen Besuch abstatte, kam gleich eine ganze Hasenfamilie mit allerfeinstem Schokoladenstammbaum angerückt. Der rotbeschleifte Chili- und der gelbbeschleifte Zitronenhase hatten noch viele kleine Gianduja-Häschen mitgebracht.


Während der Chilihase ein lauschiges Plätzchen in der Balkonbepflanzung fand,


freundete sich ein Gianduja-Häschen mit einem Veilchen an.

Und seine Geschwisterchen – nanu, wo sind sie denn? Vielleicht beim Zitronenhasen … ach, wo ist denn der nur abgeblieben? ;-)

Die hatte wohl jemand zum Fressen gern. Wahrscheinlich war’s auch ein Xocolatl-Fan :-)

WDR-Sinfonieorchester: 7. Mahler mit der Maus …

Freitag, 26. Februar 2010: In der Kölner Philharmonie versammelt sich am Abend das Publikum des WDR-Sinfonieorchesters, das mit seinem dritten Abonnementkonzert unter dem Motto»Romantik im Fokus« seinen Konzertzyklus zu Ehren des 150. Geburtstags von Gustav Mahler fortsetzt.

Nach der Pause findet sich das Publikum wieder ein, um dem Hauptwerk des Abends zu lauschen, der 7. Sinfonie des spätromantischen Komponisten. Von WDR-Redakteurin Eva Küllmer hervorragend in das Konzert eingeführt, verfolgt das Publikum die zuvor kenntnis- und anekdotenreich erläuterte Vertonung von Mahlers ausgeprägter Naturliebe. In seiner 7. Sinfonie hat er sich nahezu anderthalb Stunden Zeit genommen, um seiner Naturverbundenheit auf die ihm eigene Weise Ausdruck zu verleihen: durch volksliedhafte Melodiegestaltung, mit romantischem Hörner- und Trompetenklang und mehrfachem Einsatz von Kuhglockengeläut.

Der vorletzte Satz, ein »Nachtmusik II« überschriebenes Andante amoroso, hat gerade begonnen: Rund 120 festlich gekleidete Musikerinnen und Musiker zaubern unter ihrer amerikanischen Gastdirigentin Marin Alsop eine romantische Serenadenstimmung, die das Publikum ins Träumen versetzt, als plötzlich leichte Wellenbewegungen zunächst durch die Orchesterreihen gehen und schließlich auch das Publikum erreichen.

»Hier kommt die Maus!«

»Hier kommt die Maus!«

Ein kleines Mäuschen, entschlossen zu einem Abendspaziergang übers Podium, läuft zwischen den Beinen der Musiker und unter den Röcken der zum Teil in langen Abendkleidern und Stilettos gewandeten Musikerinnen umher, bis es die Aufmerksamkeit des ganzen Saales auf sich gezogen hat. Marin Alsop scheint um jeden Zentimeter des Dirigentenpodestes froh zu sein, lässt sich aber vom seelenruhig umherwandernden kleinen Nager ebenso wenig bei der Fortsetzung des innigen Spiels beirren, wie die Musikerinnen und Musiker, an deren erhobenen Beinen man jeweils erkennen kann, wo sich der Gast mit Fell gerade befindet.

Sollte es an ihm liegen, dass der letzte Satz besonders rasch gespielt wird und der Schluss ausgesprochen fulminant gerät? Marin Alsop verlässt ihr Podest jedenfalls erst, als sie sich (scherzhaft) nach allen Seiten vergewissert hat, dabei niemandem zu nahe zu treten. Die Piccoloflötistin lässt es sich nicht nehmen, kurz bevor das Orchester abtritt noch schnell die Anfangstöne der »Sendung mit der Maus« zu spielen und hat damit die Lacher auf ihrer Seite.

Gustav Mahler wäre dieses kleine Naturschauspiel während seiner 7. Sinfonie sicher eine wahre Freude gewesen. Ich für meinen Teil, war am gestrigen Abend froh um meinen Beobachtungsposten auf der Empore oberhalb des Orchesters und hätte im Abendkleid mit Geige unterm Kinn auf der Bühne sitzend für nichts garantieren können ;-)

Schwyzerdütsch is groovy!

Zwischen den Jahren gönne ich mir seit ein paar Jahren gerne einen kurzen Ausflug in die Schweiz. Genauer gesagt nach Basel. Dort gibt es zum einen wunderbare Museen, von denen es mir dieses hier besonders angetan hat und natürlich auch das Museum, »wo immer etwas läuft« und wo man der Produktion herrlichster …

Papierwaren beiwohnen kann.

Zum anderen gibt es auch auf kulinarischem Gebiet Einiges, was mich reizt: Allen voran die niedlichen Rösti-Portionen (s. u.) … Oder das berühmte Läckerli Huus, wo die gleichnamige Basler Spezialität in allen Varianten feilgeboten wird. Und dann liegt, versteckt in einer kleinen, hinterhofartigen Seitenstraße, in einem (für mich) äußerst gefährlichen aber wunderhübschen Laden auch noch die Welt der Schokolade verborgen: Im Xocolatl, wo es nicht nur Schoggi aus aller Herren Länder in fester und flüssiger Form gibt, sondern auch das künstlerisch wertvollste stille Örtchen, das ich je gesehen habe:

Do you speak Schwyzerdütsch?

Bei meinem letzten Abstecher war ich sogar sprachlich perfekt vorbereitet! Denn dank meiner Teilnahme am LocalTweets-Wettbewerb, den die Verlegerin und Produzentin Eva Brandecker alias @thegrooves im Sommer bei Twitter veranstaltet hat, war ich stolze Besitzerin der Sprachkurs–CD »Schwyzerdütsch mit The Grooves – Local Grooves mit Emil Steinberger« geworden. Ich hatte nämlich nicht nur am Wettbewerb teilgenommen und mit meinem Localtweet einen passablen 8. Platz belegt, sondern auch mitabgestimmt woraufhin mich das Losglück als Gewinnerin einer Wienerisch- oder Schwyzerdütsch-CD auserkor. Eine wahrhaft schwere Wahl, da ich mich in der österreichischen Hauptstadt (nicht nur wegen der Parkplätze) ja auch sehr gern aufhalte …

Sind Si scho emal z’Basel gsi?

Nun denn, das Reiseziel schon vor Augen, fiel der Entschluss doch leicht, mich vom unvergleichlichen Emil Steinberger in die Geheimnisse seiner Sprache einweihen zu lassen. Während der Zugfahrt amüsierte ich mich nicht nur über die lebensnahen und augenzwinkernden Dialoge, sondern eignete mir dabei auch in Nullkommanix die brauchbarsten Vokabeln  (»Tüpflischisser« – Erbsenzähler) und Redewendungen an (»Läcked ihr mir am Tschööpli!« – Lasst mich in Ruhe!).

Währenddessen bestand die Reisevorbereitung meines Mannes in der Lektüre seiner Lieblingszeitung, der NZZ, wo er rein zufälligerweise auf den Leserbrief eines in Kleinbasel (ich sage nur: »schääl Sick«, sprich ebenso rechtsrheinisch gelegen wie die entsprechenden Kölner Stadtteile) ansässigen Herrn  stieß, der die zum dorflichen Flair zählenden »Brockenhäuser« erwähnte …


Leider gab Emil hierzu keine erklärende Auskunft, weshalb mein architektonisch interessierter Gemahl sich bei erster Gelegenheit gleich nach der Ankunft an der Hotelrezeption erkundigte, was es denn mit diesen Brockenhäusern auf sich hätte, ob sie sehenswert seien und sich ein Abstecher nach Kleinbasel lohnen würde, denn dann würde er dort am liebsten gleich mal hinfahren. Nach anfänglichem ungläubigem Staunen konnte der nette, junge Herr sein lautes Lachen nicht mehr unterdrücken und war so freundlich zu erklären, dass es sich dabei um Second-Hand-Läden handelt ;-)

Brocki in Rüti (ZH) | Foto: Roland zh/Wikipedia

Foto: Roland zh/Wikipedia

Na, wenigstens konnte ich dank Emil den Dialogen auf dem Baseler Wochenmarkt problemlos folgen:
»Git’s Peperoni?« – Gibt es Paprika?
»Nei, nur Paprika.«
– Nein, nur Peperoni.

PS: Hier gibt es übrigens ein sehr schönes Making-Of-Video der beiden Dialekt-CDs von The Grooves.

Die Niegelungen – SIMPLY THE BEST!

Liebe Niegelungen, dieser Beitrag ist für euch und eure Fangemeinde, denn alle anderen werden leider nicht verstehen, wovon ich hier rede.

Von der »Bär, Frosch und Spanier«-Nummer zum Beispiel, mit der ihr gestern Abend euer Comeback-Programm begonnen habt oder vom Pantomimen mit Tourette-Syndrom, von der 2-Mann-Fassung des 8-Personen-Max-und-Moritz-Kindertheaters, dem nachhilfebedürftigen Sammy-Davis-Jr.-Double, von »Panther«, dem schüchternen Rockstar (Mmmmä … Mmmä … Mmmädchen) … Kurz vom Hexenkessel, in den ihr das Kölner Gloria Theater in null Komma nix verwandelt habt.

Selbst die gelungensten Momentaufnahmen können nicht annähernd vermitteln, was ihr mit eurer »Old School« Comedy gestern – meisterlich wie eh und jeh – auf die Bühne gezaubert habt (und hier meine ich ausdrücklich nicht nur den einzig wahren Elektroman).

Es bleibt eine unabänderliche Tatsache: Man kann nicht beschreiben was ihr macht, man muss es gesehen haben!

niegelungen92

Im Tagebuch verwahrt ;-)

Mir war das zuletzt im April 1992 vergönnt, als ihr schon genauso toll und auch noch jung und schön wart (sieht man auf der Originalanzeige da links vielleicht jetzt nicht so …). Euer Programm war damals mit der berechtigten Frage betitelt: »Gibt es 1 Lachen nach den Niegelungen?«

Da ich die letzten 17 Jahre, die ich euch nicht gesehen habe, doch nicht (wie ursprünglich geplant) permanent weinend im Keller verbracht habe, weiß ich jetzt: Es gab vielleicht 5 oder 6  Lachen nach euch, aber SO wie ihr das gestern Abend von der ersten bis zur letzten Minute geschafft habt, hat mich zwischenzeitlich keiner mehr zum Lachen gebracht!

Es war wie in einer grandiosen Zirkusvorstellung, die das Publikum mit ihrer schnellen Abfolge von hochartistischen, gefährlichen und brüllendkomischen Nummern in Atem hält. In der man im einen Moment vor emotionaler Anspannung den Atem anhält und sich bei der nächsten Nummer die Lachtränen aus den Augen wischt.

Deshalb ziehe ich meinen Hut vor euren zeitlos komischen Ideen, eurem großen schauspielerischen, artistischen und musikalischen Können und der Hingabe, mit der ihr euch für uns stundenlang zum Affen gemacht habt.

Euch vier wieder gemeinsam auf einer Bühne zu sehen, war ein sehr schönes Erlebnis! Dafür ein ganz großes »Dankeschön!« verbunden mit der Hoffnung, dass die Glocke eurer »Old School« hoffentlich bald wieder zur nächsten Stunde läutet!

Die Niegelungen – SIMPLY THE BEST!Liebe Niegelungen, dieser Beitrag ist für euch und eure Fangemeinde, denn LEIDER wird niemand sonst verstehen, wovon ich hier rede.
Von der „Bär, Frosch, und Spanier“-Nummer zum Beispiel, mit der ihr gestern Abend euer Comeback Programm begonnen habt oder vom Pantomimen mit Tourette-Syndrom, vom Buena Vista Comedy Club, von der 2-Mann-Fassung des 8-Personen-Max-und-Moritz-Kindertheaters, dem nachhilfebedürftigen Sammy Davis Jr. Double, dem Rockstar, der seine Mmmmä mmmä mmmädchen … überwindet … vom Hexenkessel, in den ihr das Kölner Gloria Theater in nullkommanix verwandelt habt.Selbst die gelungensten Momentaufnahmen können nicht annähernd vermitteln, was ihr mit eurer „Old School“ Comedy gestern – meisterlich wie eh und jeh – auf die Bühne gezaubert habt (und hier meine ich ausdrücklich nicht nur den einzig wahren Electroman).Es bleibt eine unabänderliche Tatsache und das einzig traurige an euch: Man kann nicht beschreiben was ihr macht, man muss es gesehen haben!Mir war das zuletzt im April 1992 vergönnt, als ihr noch jung und schön wart und euer Programm mit der berechtigten Frage betitelt war: „Gibt es 1 Lachen nach den Niegelungen?“Damals konnte ich nur erahnen, was ich heute mit Bestimmtheit weiß: Die Antwort lautet Ja und Nein.
Natürlich habe ich die letzten 17 Jahren doch nicht permanent weinend im Keller verbracht, wie ich es ursprünglich vorhatte, nachdem die Niegelungen ihr Ende verkündet hatten und beschlossen

Seit gestern abend weiß ich aber: Zwischenzeitlich hat mich niemand SO zum Lachen gebracht wie ihr.

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