Archiv der Kategorie: Töne

Frohe Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr!

Es weihnachtet sehr …  – das Leipziger Vokalensemble Sjaella zaubert mit seinen engelsgleichen Stimmen und seiner Interpretation des »Hosanna« von Knut Nystedt ein wenig weihnachtlichen Glanz in dieses Blog und ich wünsche allen fröhliche und erholsame Feiertage, einen guten Rutsch und – ganz im Sinne von Johann Wilhelm Wilms – ein glückliches neues Jahr!

»Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht.
Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns.
Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.«

– Johann Wilhelm Wilms (1772-1847), deutscher Komponist und Musiklehrer –

Bernard Herrmann: Der Mann, der zu gute Filmmusik schrieb

Bernard Herrmann – der Name dieses Mannes, der heute vor 100 Jahren geboren wurde, sagt wahrscheinlich den wenigsten etwas. Aber ebenso wahrscheinlich werden sehr viele – bewusst oder unbewusst – schon von ihm gehört haben.

Bernard Hermann war Dirigent und Komponist und schrieb unter anderem in kongenialer Weise die Musik  zu den meisten Filmen von Alfred Hitchcock.
Am bekanntesten ist wohl die legendäre Duschszene im Klassiker »Psycho«, bei der Hitchcock ursprünglich auf Musik verzichten wollte.  Als Hermann ihm nach der Rückkehr aus dem Urlaub die Szene unterlegt mit seiner Musik  präsentierte, revidierte Hitchcock seine Entscheidung aber rasch. Verständlicherweise, wie der Vergleich mit und ohne Soundtrack zeigt.

Bernard Hermann schuf die Musik zu umjubelten Filmen namhafter Regisseure, wie Orson Welles, Alfred Hitchcock, François Truffaut und Martin Scorsese, empfand das Komponieren von Filmmusik aber nur als »unangenehmen Broterwerb« mit dem er anfänglich die Zeit totschlagen wollte, bis er nach seinem Musikstudium an der New Yorker Juillard School endlich als ordentlicher Dirigent arbeiten würde.

»Der Mann, der zu viel wusste«, komponierte und instrumentierte aber so ausgefeilte Werke für Radio-Hörspiele und Filme, dass er statt zum klassischen Dirigenten zum Klassiker der Filmmusik avancierte.

Wie schön blüht uns der Maien

Einen sonnigen Maifeiertag und einen wunderschönen, blühenden Wonnemonat wünsche ich euch allen!

Klassik vorher/nachher: Bach goes America

vorher - nachherKlassik vorher/nachher: Melodien sind wie das Wasser – sie finden ihren Weg. So haben viele »klassische«, teils jahrhundertealte Melodien ihren Weg wieder zu uns gefunden.

Wie zum Beispiel der Choral »O Haupt voll Blut und Wunden« aus Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion:

Seine Melodie aus dem 17. Jahrhundert fand 1973 den Weg in Paul Simons »American Tune«:

Johann Sebastian Bach ist allerdings nicht Schöpfer der Melodie, sondern hat sie selbst nur aufgegriffen. Sie gefiel ihm offensichtlich so gut, dass er sie nicht nur in der Matthäuspassion, sondern auch in seinem Weihnachtsoratorium (»Wie soll ich dich empfangen«) verwendete.

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Ausstellung: Naturimpressionen mit Musik

»Naturimpressionen mit Musik« heißt eine Ausstellung, die nächste Woche (13.-18. April) in der Flora Köln, genauer gesagt in den dortigen Torhäusern, zu sehen ist. Hinter diesem Titel verbergen sich die gemeinsamen Werke der Fotografin Judith-Annette Dönnebrink und des Musikers und Komponisten Bernd Holz.

Die Fotokünstlerin und der Tonkünstler trafen sich erstmals im vergangenen Jahr. Aus einer ersten Zusammenarbeit ist mittlerweile eine Reihe von kleinen Kunstwerken entstanden, in denen sich Fotos und Musik auf wunderbare Weise ergänzen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen, das mehr ist als die Summe seiner Teile:


Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Mo-Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Zu sehen sind die Naturimpressionen mit Musik auch auf der Website und im YouTube-Kanal von Bernd Holz.

330. Geburtstag von Georg Philipp Telemann

Wenn ich den Namen Georg Philipp Telemann höre, denke ich automatisch an Blockflöte, denn im Blockflötenunterricht bin ich erstmals mit dem Barockkomponisten in Berührung gekommen. Natürlich wird meine reflexartige Assoziation dem »Workaholic« Telemann, der bereits mit 12 Jahren seine erste Oper und in den folgenden Jahren Musik für Aufführungen religiöser Dramen an seiner Schule schrieb, in keinster Weise gerecht.

Im Vergleich zu seinem Kollegen Johann Sebastian Bach, der schon als ausgesprochen fleißig gilt, wirkt das Schaffen Telemanns mit über 3.600 verzeichneten Werken – doppelt so viel, wie Bach und Händel zusammen komponierten – nahezu unvorstellbar. Von 1721/22 arbeitete er bis zu seinem Tod 1767 als Kantor des Johanneums, Musikdirektor der fünf Hauptkirchen und Operndirektor in Hamburg und bereicherte mit seinen stiltistisch vielseitigen Kompositionen alle musikalischen Gattungen.

Sein Geburtstagsständchen möchte ich ihm aber dennoch von niemand anderem als Frans Brüggen überbringen lassen, auf der Blockflöte und als Dirigent ebenfalls ein großer Meister seines Fachs:

PS: Bevor ich den runden Geburtstag vollends verschwitzt hätte, wollte ich wenigstens dem Gregorianischen Kalender nach noch rechtzeitig gratulieren. Denn geboren wurde Georg Philipp Telemann dem Julianischen Kalender zufolge schon am 14. März.

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Hier gibt es weitere Infos über Telemann:

Goethe, Beethoven und das Murmeltier

Punxsatawney Groundhog ClubAm 2. Februar, dem »Groundhog Day«, ist es wieder in aller Munde: das Murmeltier. Vor allem in den USA, wo heute zum 125. Mal die Wettervorhersage des berühmtesten aller Murmeltiere – Punxsutawney Phil – für die kommenden sechs Wochen erwartet wird.

Andere Länder, andere Sitten

Auch hierzulande wurde in früheren Zeiten in der Lichtmesswoche auf tierische Wettervorhersagen gesetzt. Allerdings schlossen die Bauern aus dem Verhalten des Dachses auf das zu erwartende Wetter der nächsten Wochen:

Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoch, bleibt er vier Wochen noch in sei’m Loch.

Murmeltiere dagegen beobachtete man eher auf den Jahrmärkten, wo sich Wanderkinder aus Savoyen mit ihren dressierten Begleitern das Überleben zu sichern versuchten. Durch eine »Koproduktion« Johann Wolfgang Goethes und Ludwig van Beethovens haben wir auch heute noch Kenntnis von ihrem Schicksal.

»Avec que la marmotte«

Goethe war von der Geschicklichkeit der verlausten »Krätzekinder« so angetan, dass er sie im »Lied des Marmottenbuben«, geschrieben für das Theaterstück »Jahrmarkt in Plundersweiler«, verewigte. Beethoven vertonte den Text 1805:

Ich komme schon durch manche Land,
avec que la marmotte.
Und immer was zu essen fand,
avec que la marmotte.

Refrain:

Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.
Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.

[…]

Nun lasst mich nicht so geh’n, ihr Herrn,
avec que la marmotte.
Die Burschen essen und trinken gern,
avec que la marmotte

Nachdem sich Goethe und Beethoven vom Schicksal der Marmottenbuben hatten erbarmen lassen, kamen sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei den feinen Damen der Gellschaft regelrecht in Mode. Sie schmückten nicht nur die Wände ihrer Salons mit Gemälden von Bettelkindern und Murmeltieren, sondern führten die possierlichen Tierchen auch höchstselbst spazieren.

 

Norwegische Trolle im WDR Funkhaus

Das WDR Sinfonieorchester Köln lädt sein Publikum heute zu einem Ausflug nach Norwegen ein. Wer möchte, kann sich ab 15 Uhr via Videostream im Lilipuz Familienkonzert in die Traum- und Phantasiewelten des Bauernsohns Peer Gynt entführen lassen.

Edvard Griegs Musik zu Henrik Ibsens gleichnamigem Schauspiel ist weltbekannt. Es gibt kaum einen Klassik-Sampler, auf dem nicht entweder seine »Morgenstimmung«, »Anitras Tanz« oder …

»In der Halle des Bergkönigs« vertreten ist.

Aber worum geht es eigentlich in diesem Stück? Georg Blüml, Nina Kawalun und Professor Plem werden es heute nachmittag erzählen. Und ich bin schon sehr gespannt, ob wir dabei vielleicht auch ein paar norwegische Trolle zu Gesicht bekommen …

Stille Nacht

Diese »Stille Nacht«-Version der Shurfine Singers aus dem Jahr 1968 basiert auf einer Idee des Duos Simon & Garfunkel. Bereits zwei Jahre zuvor hatten sie auf ihrer LP »Parsley, Sage, Rosemary and Thyme« die Collage
»7 o’clock news/Silent Night« veröffentlicht, in der sie das wohl bekannteste Weihnachtslied als Kontrapunkt zu einer Radionachrichtensendung einsetzten. In ihrer Version endet die Nachrichtensendung allerdings ohne den abschließenden Kommentar des Moderators.

An der Nachrichtenlage werden wir auch heute nicht viel ändern und den Weltfrieden auch in dieser heiligen Nacht nicht herbeiführen können. Zum Glück bleibt uns aber unbenommen, im Kleinen, in unserer unmittelbaren Umgebung, aktiv Frieden zu erhalten oder zu stiften.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine friedvolle »Stille Nacht« und schöne Weihnachtsfeiertage!

Winterglanz

Da haben sich zwei gesucht und gefunden, wie mir scheint: die Fotografin Judith-Annette Dönnebrink und der Komponist und Musiker Bernd Holz. Sie sind eine gelungene Künstlerverbindung eingegangen, aus der bereits eine kleine Filmreihe mit Naturimpressionen entstanden ist.

Mit ihrem jüngsten Werk zaubern die beiden ein wenig Winterglanz in die warmen Stuben:

Im YouTube-Kanal von Bernd Holz gibt’s noch mehr von ihnen zu sehen.