Archiv der Kategorie: Der singende Punkt

Frohe Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr!

Es weihnachtet sehr …  – das Leipziger Vokalensemble Sjaella zaubert mit seinen engelsgleichen Stimmen und seiner Interpretation des »Hosanna« von Knut Nystedt ein wenig weihnachtlichen Glanz in dieses Blog und ich wünsche allen fröhliche und erholsame Feiertage, einen guten Rutsch und – ganz im Sinne von Johann Wilhelm Wilms – ein glückliches neues Jahr!

»Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht.
Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns.
Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.«

– Johann Wilhelm Wilms (1772-1847), deutscher Komponist und Musiklehrer –

Goethe, Beethoven und das Murmeltier

Punxsatawney Groundhog ClubAm 2. Februar, dem »Groundhog Day«, ist es wieder in aller Munde: das Murmeltier. Vor allem in den USA, wo heute zum 125. Mal die Wettervorhersage des berühmtesten aller Murmeltiere – Punxsutawney Phil – für die kommenden sechs Wochen erwartet wird.

Andere Länder, andere Sitten

Auch hierzulande wurde in früheren Zeiten in der Lichtmesswoche auf tierische Wettervorhersagen gesetzt. Allerdings schlossen die Bauern aus dem Verhalten des Dachses auf das zu erwartende Wetter der nächsten Wochen:

Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoch, bleibt er vier Wochen noch in sei’m Loch.

Murmeltiere dagegen beobachtete man eher auf den Jahrmärkten, wo sich Wanderkinder aus Savoyen mit ihren dressierten Begleitern das Überleben zu sichern versuchten. Durch eine »Koproduktion« Johann Wolfgang Goethes und Ludwig van Beethovens haben wir auch heute noch Kenntnis von ihrem Schicksal.

»Avec que la marmotte«

Goethe war von der Geschicklichkeit der verlausten »Krätzekinder« so angetan, dass er sie im »Lied des Marmottenbuben«, geschrieben für das Theaterstück »Jahrmarkt in Plundersweiler«, verewigte. Beethoven vertonte den Text 1805:

Ich komme schon durch manche Land,
avec que la marmotte.
Und immer was zu essen fand,
avec que la marmotte.

Refrain:

Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.
Avec que si, avec que la,
avec que la marmotte.

[…]

Nun lasst mich nicht so geh’n, ihr Herrn,
avec que la marmotte.
Die Burschen essen und trinken gern,
avec que la marmotte

Nachdem sich Goethe und Beethoven vom Schicksal der Marmottenbuben hatten erbarmen lassen, kamen sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei den feinen Damen der Gellschaft regelrecht in Mode. Sie schmückten nicht nur die Wände ihrer Salons mit Gemälden von Bettelkindern und Murmeltieren, sondern führten die possierlichen Tierchen auch höchstselbst spazieren.

 

Tor-Paten für Afrika gesucht!

»Ja gut, am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn, es schießt einer ein Tor.«

Wer hat’s gesagt? Na? Ich persönlich vermute ja, dass das Zitat korrekterweise mit »Ja gut, äääh« anfangen müsste und damit wäre wohl eindeutig klar, von wem diese Worte stammen, oder? Noch immer nicht erraten? OK, noch ein Tipp: Sie stammen aus demselben Mund, der vor 44 Jahren sang, »Gute Freunde kann niemand trennen« zu singen versuchte :-)

Warum ich euch das erzähle und – ja, richtig geraten! – Franz »den Kaiser« Beckenbauer zitiere? Weil wir mit seiner Text- und Ton-Vorlage schon mitten im Thema des heutigen Beitrags zum Thema »Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika« sind.

Genauer bei der Spendenaktion »Tore für Afrika«, für die meine Texttreff-Kollegin Sabine Olschner Tor-Paten sucht:

WM-Spendenaktion: Tore für Afrika

»Tore für Afrika« ist eine Aktion des Kölner Arbeitskreises Menschen für Menschen. Rund 20 Ehrenamtliche aus Köln und Umgebung setzen sich in ihrer Freizeit für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Menschen für Menschen ein.

So funktioniert’s:

Für jedes Tor, das alle afrikanischen Mannschaften bei der WM 2010 schießen (es nehmen teil: Südafrika, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria), verpflichtet sich der Pate, einen bestimmten Geldbetrag zu spenden.

Wer mitmachen und Tor-Pate werden möchte, hier gibt’s alle Infos: Tor-Paten gesucht!

PS: Man kann der Aktion @ToreFuerAfrika auch via Twitter folgen. Pls RT & spread the news!

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In memoriam Charles Ives

»Die Zukunft der Musik hängt weniger von der Musik selbst ab als vielmehr davon, inwieweit es ihr gelingt, den Wünschen und Idealen der Menschen zu entsprechen und sie zu fördern statt einzuengen, und inwieweit es ihr gelingt, mit den höchsten Dingen eins zu werden, welche die Menschheit vollbringt und erträumt. Oder um es andersherum auszudrücken: Was die Musik ist und was sie sein soll, ist vielleicht schon im Glauben des unbekannten Philosophen enthalten, der vor einem halben Jahrhundert sagte: ›Wie kann es überhaupt schlechte Musik geben? Alle Musik kommt ja vom Himmel. Wenn irgendetwas Schlechtes in ihr ist, dann muß ich selbst es hineingelegt haben – durch meine Ungeradlinigkeit und meine Beschränkungen. Die Natur erschafft Berge und Felder, der Mensch errichtet Zäune und Abgrenzungen‹. Er ist der Wahrheit womöglich näher gekommen, als wir glauben wollen.«

[aus Charles Ives (*20. 10.1874 † 19. Mai 1954): Music And Its Future, in: American Composers on American Music. A Symposium, hrsg. v. Henry Cowell, Stanford, CA, 1933]

Komm, lieber Mai

Die »Wiener Nachtigall« Rita Streich verleiht hier W. A.  Mozarts und Christian Adolph Overbecks »Sehnsucht nach dem Frühling« Ausdruck. Im ursprünglichen Gedicht Overbecks wandte sich noch »Fritzchen an den Mai«, der nach langen Wintertagen endlich wieder draußen spielen wollte.

In der Vertonung Mozarts wurde das Lied unter dem Titel »Komm, lieber Mai« auch in den Volksliederschatz aufgenommen. Bis zum ersten Weltkrieg gehörte es zum Kanon an Volksliedern, der qua Verordnung im Musikunterricht der vierten Klasse unterrichtet wurde:

»Damit die eingeübten Lieder, insbesondere diejenigen, die auch der Erwachsene noch gern singt, als unverlierbares Eigentum mit ins Leben gehen, werden im letzten Teile einer jeden Gesangstunde mindestens zwei dieser Lieder zur Wiederholung und festen Einprägung gesungen. Besonderen Wert legen wir darauf,  daß jedes Kind alle Strophen jedes geübten Liedes genau auswendig kennt; bei längeren Liedern genügen in der Regel drei Strophen.«

Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch gerne mitsingen, aber aufgepasst: Rita »schlabbert« zwischendrin Steckenpferdchen und Lottes Herzeleid und springt in der Mitte der dritten Strophe gleich zur Mitte der letzten.

Einen schönen Maifeiertag wünsche ich euch!

Aus gegebenem Anlass …

Karnevalsmorgen …

In den rheinischen Karnevalshochburgen heißt es heute: »D’r Zoch kütt!«
Und da hier (wie ihr vielleicht schon gemerkt habt) keine karnevalsfreie Zone ist,  wird’s auch in den »Auslassungspunkten« Zeit für den Rosenmontagszug! Kamelle und Strüßjer gibt’s leider nicht abzustauben, stattdessen habe ich einen »Karneval der Tiere« der besonderen Art ausgesucht.

Musikalisch untermalt wird er von Patricia Barbers Vokalversion des Jazz-Klassikers »Manhã de Carnaval«, der 1959 von Louiz Bonfá und Antonio Maria für den Film »Orfeu Negro« komponiert wurde:

Im Film, eine brasilianische Variante der Geschichte von Orpheus und Eurydike, hört sich der Karnevalsmorgen übrigens so an.

»Schneeglöckchen im Februar …«

Nein, keine Angst, ich lasse Heintje nicht trällern. Obwohl es mich natürlich schon juckt ;-)

Stattdessen möchte ich – gerade noch in der Oktav – den vergangenen Monatswechsel, den ich dort verbracht habe, »wo Fuchs und Has’ sich Gutenacht sagen«,

Wo Fuchs und Has’ sich begegnen ...

Im Bayerwald treffen sie sich also!

textlich und tonlich noch mit ein wenig Hochkultur nachzelebrieren. Mit dem Gedicht »Schneeglöckchen« von Friedrich Rückert, das Robert Schumann meisterhaft vertont hat:

Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
Vom Himmel fiel
Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
Am zarten Stiel.
Schneeglöckchen läutet, was bedeutet’s
Im stillen Hain?
O komm geschwind! Im Haine läutet’s
Den Frühling ein.
O kommt, ihr Blätter, Blüt‘ und Blume,
Die ihr noch träumt,
All zu des Frühlings Heiligtume!
Kommt ungesäumt!

Blowing Bubbles …

Edit 10.10.2010:

Schade, die »Merry Macs« hatten meine derzeitige Beschäftigung »I’m forever blowing bubbles« so schön klangvoll präsentiert, aber Urheberrechte verletzen ist natürlich das Letzte, was hier passieren soll. Deshalb könnt ihr es jetzt nur noch nachlesen

~~~

Falls ihr euch fragt, womit ich gerade beschäftigt bin:

Ob ich das »für immer« machen werde, lasse ich euch rechtzeitig wissen ;-)

Einen guten Start ins neue Jahr wünsche ich euch allen!

(Hmm. Oder hätte ich doch besser das mit der »Kreativpause« sagen sollen?)

Adventskalender »texte töne bilder« | Türchen 20

24 Türchen mit »texten tönen bildern«

 

 

20. Dezember:

Durch das heutige »töne«-Türchen erhaschen wir einen kurzen Blick auf’s Meer, auf dem der wunderbare Bobby Darin (* 14. 5.1936 † 20.12.1973) seiner Geliebten entgegensegelt …