Bernard Herrmann: Der Mann, der zu gute Filmmusik schrieb

Bernard Herrmann – der Name dieses Mannes, der heute vor 100 Jahren geboren wurde, sagt wahrscheinlich den wenigsten etwas. Aber ebenso wahrscheinlich werden sehr viele – bewusst oder unbewusst – schon von ihm gehört haben.

Bernard Hermann war Dirigent und Komponist und schrieb unter anderem in kongenialer Weise die Musik  zu den meisten Filmen von Alfred Hitchcock.
Am bekanntesten ist wohl die legendäre Duschszene im Klassiker »Psycho«, bei der Hitchcock ursprünglich auf Musik verzichten wollte.  Als Hermann ihm nach der Rückkehr aus dem Urlaub die Szene unterlegt mit seiner Musik  präsentierte, revidierte Hitchcock seine Entscheidung aber rasch. Verständlicherweise, wie der Vergleich mit und ohne Soundtrack zeigt.

Bernard Hermann schuf die Musik zu umjubelten Filmen namhafter Regisseure, wie Orson Welles, Alfred Hitchcock, François Truffaut und Martin Scorsese, empfand das Komponieren von Filmmusik aber nur als »unangenehmen Broterwerb« mit dem er anfänglich die Zeit totschlagen wollte, bis er nach seinem Musikstudium an der New Yorker Juillard School endlich als ordentlicher Dirigent arbeiten würde.

»Der Mann, der zu viel wusste«, komponierte und instrumentierte aber so ausgefeilte Werke für Radio-Hörspiele und Filme, dass er statt zum klassischen Dirigenten zum Klassiker der Filmmusik avancierte.

New kid on the blog: Kulturwirtschaftswege

Hier in den Auslassungspunkten ging es in letzter Zeit öfters um die Themen Kultur, Kulturvermittlung, Kultur & Web 2.0 und Ähnliches – der eine oder die andere meiner geneigten LeserInnen wird es schon bemerkt haben ;-) Themen, die in diesem Blog nicht so recht ins Bild zu passen und nicht unmittelbar mit meiner Arbeit als Lektorin und Webdesignerin im Zusammenhang zu stehen scheinen.

Woher mein Interesse für Kulturthemen kommt? Das war schon immer da, denn als Musikwissenschaftlerin komme ich ursprünglich aus dem Kulturbereich. Die vergangenen sieben Jahre habe ich allerdings in der Verlags- und Webwelt verbracht und erst durch den Besuch der ersten stARTconference 2009 den Bogen wieder zur Kultur geschlagen.

Seitdem überlappen sich meine bisherigen beruflichen und (vermeintlich) neuen Interessen sehr häufig und die Beschäftigung mit Fragen rund um Kultur, Kulturvermittlung, Kulturfinanzierung und die optimale Nutzung des (Social) Web für Kultureinrichtungen und Kulturschaffende, nimmt einen so großen Raum ein, dass sie einen eigenen und besser auffindbaren Platz braucht.

Kulturwirtschaftswege-BlogDeshalb habe ich das  Kulturwirtschaftswege-Blog gestartet. Dort soll es nicht nur um die schon erwähnten Themen, sondern auch um fruchtbare Kooperationen von Kultur und Wirtschaft gehen, die ich im Rahmen der Kulturwirtschaftswege zukünftig auch selbst vermitteln will. Mit diesem neuen Unternehmen befinde ich mich in der Planung und Vorbereitung.

Wer mich via Blog, Facebook oder Twitter als FreundIn, Fan oder Follower begleiten möchte, ist sehr herzlich willkommen. Und eines bleibt auf jeden Fall wie bei den Auslassungspunkten:
Auf Anmerkungspunkte freue ich mich nach wie vor sehr!

Blogparade Bilderrahmen: Mein Lieblingsbild

BesteomaLiebste Uroma!

Sicher hättest du dir nicht träumen lassen, dass du einmal in meinem Blog landen würdest. Aber weil das Rahmenblog so neugierig nach unseren Lieblingsbildern gefragt hat, zeig ich dich jetzt mal her. Dieses Bild von dir liebe ich nämlich sehr.

Es wird vor mehr als 90 Jahren entstanden sein, als du ein junges Mädchen warst. Dieses Jahr wärst du nämlich schon 110 geworden. Zu welchem Anlass du dich damals so schick gemacht und so feierlich geschaut hast, weiß ich leider nicht. Ich habe dich das nicht fragen können, weil das Bild erst zu mir gefunden hat, als du schon lange nicht mehr bei uns warst.

Ich bin sehr froh, dass das Bild bei mir gelandet ist. Es hängt im Esszimmer, aber ich kann dich auch vom Küchentisch aus sehen. Und es fällt mir auf, dass mein Blick oft genau dann bei dir hängenbleibt, wenn ich innerlich an irgendetwas herumknabbere. Dann sehe ich deinen festen und ernsten Blick und höre dich sagen: »Kind, denk’ doch mal nach!«

Und dann weiß ich meistens auch, was zu tun ist. Manchmal meine ich sogar, ich sehe dich zwinkern. So, wie du mir immer zugezwinkert hast, wenn du eine ironische Bemerkung gemacht hast, die jemand zu ernst nahm. Aber das bilde ich mir wirklich nur ein, oder?

 

Wie schön blüht uns der Maien

Einen sonnigen Maifeiertag und einen wunderschönen, blühenden Wonnemonat wünsche ich euch allen!

Sowas wie ein Imperator, der befehlen tut … oder: Was ist ein Imperativ?

Es war einmal ein Online-Zeitungsartikel zum Thema …
Internet-Kommentareach, das eigentliche Thema spielt überhaupt keine Rolle mehr, sobald in den Kommentaren ein Rechtschreib- oder Grammatikfehler auftaucht  und umgehend eine rege Diskussion über die Feinheiten der deutschen Sprache entfacht.

Wie just geschehen, als Meier, Margarete, Straussenei, der Ingenieur und einige Mitdiskutanten sich über den Imperativ – Verzeihung, die Befehlsform – austauschten. Lesen wir doch mal kurz rein in die Originalkommentare:

  • Meier vor 21 Stunden in Bezug auf Nix für Gutmensch_innen
    […] Lese erstmal das Buch aufmerksam durch!
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  • max vor 7 Stunden in Bezug auf Meier
    richtig!
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  • Reinhard Sprung vor 20 Stunden in Bezug auf Nix für Gutmensch_innen
    der Imperativ von lesen ist „Lies“.
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  • Schicke vor 20 Stunden in Bezug auf Reinhard Sprung
    Was ist ein Imperativ? Wir leben schliesslich in Deutschland. Also bitte keine Fremdwörter.
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  • Toniweiler vor 19 Stunden in Bezug auf Schicke
    sowas wie ein imperator,der befiehlt.
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  • Margarete vor 16 Stunden in Bezug auf Toniweiler
    befehlen tut!
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Faszinierende Foto-Geschichte(n): »In almost every picture #9«

Welch großes Potenzial an Geschichte(n) in den Alltagsfotografien wildfremder Amateurfotografen steckt, habe ich erstmals im vergangenen Jahr entdeckt, als ich während der Kölner Musiktriennale Jörg Hejkal und Christian Schneeberger von timecaps.net, der Bildagentur für gefundene und historische Alltagsfotografie, kennengelernt habe. Die Fotografien der Agentur stammen von Flohmärkten, Auktionen und privaten Nachlässen und sind nicht selten wahre Wundertüten, wie Christian Schneeberger mir im Interview verriet:

»Besonders wenn die Fotos kistenweise angekauft werden, ist das Ganze immer spannend. Ich weiß gar nicht wo anfangen … Das sind Schachteln voller unglaublicher und unbeschreiblicher Überraschungen: Von der strippenden Mutti bis hin zu Hassfotos eifersüchtiger Menschen, die ihren ungeliebten Bekannten die Augen oder Gesichter auf den Bildern ausgekratzt haben.«

Solch wunderbare Funde historischer Alltagsfotografie besitzt auch der niederländische Sammler Erik Kessels. Im mittlerweile 9. Band seiner Buchreihe »In almost every picture« stellt er uns ein amerikanisches Ehepaar vor, dem es im Laufe vieler Jahre nie gelungen ist, ein schönes Foto von seinem schwarzen Hund zu machen. Zu sehen ist immer nur sein Umriss, manchmal auch nur ein schwarzes Loch, wie das Magazin der Süddeutschen Zeitung mit eindrucksvoller Bildstrecke berichtet.



In almost every picture 9

Taschenbuch, 112 Seiten
ISBN: 978-9070478315
26 Euro

Fröhliche Ostern

Fröhliche Ostern!

Fröhliche Ostern!

»Da seht aufs neue dieses alte Wunder:
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn
und fabriziert dort unter dem Holunder
ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.

Und auch der Mensch reckt frohbewegt die Glieder –
er zählt die Kinderchens: eins, zwei und drei …
Ja, was errötet denn die Gattin wieder?
Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Der fleißige Kaufherr aber packt die Ware
ins pappne Ei zum besseren Konsum:
Ein seidnes Schnupftuch, Nadeln für die Haare,
die Glitzerbrosche und das Riechparfuhm.

Das junge Volk, so Mädchen wie die Knaben,
sucht die voll Sinn versteckte Leckerei.
Man ruft beglückt, wenn sies gefunden haben:
Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Und Hans und Lene steckens in die Jacke,
das liebe Osterei – wen freut es nicht?
Glatt, wohlfeil, etwas süßlich im Geschmacke,
und ohne jedes innre Gleichgewicht.

Die deutsche Politik … Was wollt ich sagen?
Bei uns zu Lande ist das einerlei –
und kurz und gut: Verderbt euch nicht den Magen!
Vergnügtes Fest! Vergnügtes Osterei!«

[Kurt Tucholsky (1890-1935)]

Klassik vorher/nachher: Bach goes America

vorher - nachherKlassik vorher/nachher: Melodien sind wie das Wasser – sie finden ihren Weg. So haben viele »klassische«, teils jahrhundertealte Melodien ihren Weg wieder zu uns gefunden.

Wie zum Beispiel der Choral »O Haupt voll Blut und Wunden« aus Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion:

Seine Melodie aus dem 17. Jahrhundert fand 1973 den Weg in Paul Simons »American Tune«:

Johann Sebastian Bach ist allerdings nicht Schöpfer der Melodie, sondern hat sie selbst nur aufgegriffen. Sie gefiel ihm offensichtlich so gut, dass er sie nicht nur in der Matthäuspassion, sondern auch in seinem Weihnachtsoratorium (»Wie soll ich dich empfangen«) verwendete.

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Sehr unterhaltsam und lehrreich: Fettnäpfchenführer Spanien

Spanien – Land der feurigen Toreros und kastagnettenschwingenden Flamencotänzerinnen, Heimat von Paella und Sangria. Über Spanien braucht man uns doch nix mehr erzählen, das kennen wir wie unsere Westentasche, dort fühlen wir uns wie zu Hause. Und auch die Verständigung klappt bestens: los wochos, los chipsos, los bieros …
Spanien, olé! Nee, nee, Marie, ist dat nit schön? :-)

Lisa Graf-Riemann: Fettnäpfchenführer Spanien | Conbook VerlagWer sich während eines All-inclusive-Urlaubs nur am Strand der Costa Brava rösten oder sich bevorzugt am Balneario Nº 6 unseres 17. Bundeslandes aufhalten möchte, wird mit dem gerade erschienen Fettnäpfchenführer Spanien wenig bis nichts anfangen können. Für alle anderen, die für kurze oder längere Zeit nach Spanien reisen und sich im Vorfeld intensiv mit Land und Leuten vertraut machen möchten, ist der frisch erschienene Führer des Conbook-Verlags ein echter Gewinn.
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Ausstellung: Naturimpressionen mit Musik

»Naturimpressionen mit Musik« heißt eine Ausstellung, die nächste Woche (13.-18. April) in der Flora Köln, genauer gesagt in den dortigen Torhäusern, zu sehen ist. Hinter diesem Titel verbergen sich die gemeinsamen Werke der Fotografin Judith-Annette Dönnebrink und des Musikers und Komponisten Bernd Holz.

Die Fotokünstlerin und der Tonkünstler trafen sich erstmals im vergangenen Jahr. Aus einer ersten Zusammenarbeit ist mittlerweile eine Reihe von kleinen Kunstwerken entstanden, in denen sich Fotos und Musik auf wunderbare Weise ergänzen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen, das mehr ist als die Summe seiner Teile:


Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Mo-Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Zu sehen sind die Naturimpressionen mit Musik auch auf der Website und im YouTube-Kanal von Bernd Holz.