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Ausstellung: Naturimpressionen mit Musik

»Naturimpressionen mit Musik« heißt eine Ausstellung, die nächste Woche (13.-18. April) in der Flora Köln, genauer gesagt in den dortigen Torhäusern, zu sehen ist. Hinter diesem Titel verbergen sich die gemeinsamen Werke der Fotografin Judith-Annette Dönnebrink und des Musikers und Komponisten Bernd Holz.

Die Fotokünstlerin und der Tonkünstler trafen sich erstmals im vergangenen Jahr. Aus einer ersten Zusammenarbeit ist mittlerweile eine Reihe von kleinen Kunstwerken entstanden, in denen sich Fotos und Musik auf wunderbare Weise ergänzen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen, das mehr ist als die Summe seiner Teile:


Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Mo-Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Zu sehen sind die Naturimpressionen mit Musik auch auf der Website und im YouTube-Kanal von Bernd Holz.

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timecaps.net (3): Zwei Profis mit dem Auge für außergewöhnliche historische Alltagsfotografie

Stocken, 9315 Neukirch, Schweiz: Am schönen Bodensee haben seit Herbst 2009 mehr als 100.000 verwaiste Alltagsfotografien eine neue Heimat gefunden, denn hier befindet sich seitdem die Zentrale der Bildagentur timecaps.net. Gegründet wurde sie von Jörg Hejkal und Christian Schneeberger und ich fand ihre Idee, »oft vor dem hausmüll geretteten zeitzeugen ein neues zuhause« zu geben, faszinierend, seit ich zum ersten Mal auf die Bilder aufmerksam geworden bin.

Von meiner zufälligen Begegnung mit den beiden engagierten timecaps.net-»Agenten« in der Kölner Philharmonie anlässlich der MusikTriennale und der VIP-Führung durch die dortige Ausstellung, habe ich auch bereits ausführlich berichtet. Dass ich es mit zwei absolut (Foto)-»Verrückten« zu tun haben musste, ahnte ich ja schon. Denn als ehemalige »Archivmaus« habe ich eine lebhafte Vorstellung davon, was es bedeutet, hunderttausend Fotos zu scannen, zu bearbeiten, zu verschlagworten, zu archivieren … Da muss die Begeisterung schon riesengroß und dauerhaft sein. Und genau dieser Enthusiasmus war bei unserer Begegnung auch zu spüren.

Deshalb wollte ich unbedingt noch mehr über die Hintergründe von timecaps.net wissen. Wie kamen die beiden auf die Idee, ein »fotografisches Gedächtnis« aus Alltagsfotografien anzulegen? Woher stammen die Bilder und nach welchen Kriterien werden sie archiviert? Christian Schneeberger hat es mir verraten und mir auf meine Fragen spannende Antworten gegeben:

Wann ist die Idee zu timecaps.net geboren worden?

Christian Schneeberger: Die Idee zu timecaps haben wir vor ungefähr drei Jahren schon ausgebrütet, haben sehr viel recherchiert, gesammelt, kategorisiert …  Nachdem die rechtlichen Grundsätze für die Firmengründung geklärt waren, haben wir im August 2009 timecaps gegründet und sind im September, begleitet von einer Ausstellung während des art forum berlin, online gegangen.

Seither bemühen wir uns, möglichst schnell einen großen Bildbestand online zu veröffentlichen, was aber nicht so einfach ist, da unsere Sammlungen schon mehr als 100.000 Fotos umfassen und wir speziell auf die Verschlagwortung große Aufmerksamkeit legen.

Nach welchen Kriterien katalogisiert ihr die Bilder denn?

cs: Wir habe unsere Sammlungen in 26 Kategorien aufgeteilt. Es liegt uns sehr viel daran, jedes Bild in seinem Entstehungskontext zu erfassen. Jedem Bild wird sein Ursprungsland und die Dekade, in dem es entstanden ist, zugeordnet. Neben dem anonymen Bildbestand unterscheiden wir uns damit grundlegend von allen anderen Agenturen.

Wie habt ihr angefangen bzw. wie seid ihr an die Bilder gekommen?

cs: Wie und wann es angefangen hat, weiß ich eigentlich gar nicht mehr, außer dass ich seit rund 10 Jahren sehr intensiv anonyme Fotos, sogenannte vernacular photography, sammle. Die Fotos stammen in erster Linie von Flohmärkten und Auktionen, aber auch von Privatpersonen, die mir ihren Fotonachlass vermacht haben.

Besonders wenn die Fotos kistenweise angekauft werden, ist das Ganze immer spannend. Ich weiß gar nicht wo anfangen … Das sind Schachteln voller unglaublicher und unbeschreiblicher Überraschungen: Von der strippenden Mutti bis hin zu Hassfotos eifersüchtiger Menschen, die ihren ungeliebten Bekannten die Augen oder Gesichter auf den Bildern ausgekratzt haben.

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