Schlagwort-Archive: Köln

Ausstellung: Naturimpressionen mit Musik

»Naturimpressionen mit Musik« heißt eine Ausstellung, die nächste Woche (13.-18. April) in der Flora Köln, genauer gesagt in den dortigen Torhäusern, zu sehen ist. Hinter diesem Titel verbergen sich die gemeinsamen Werke der Fotografin Judith-Annette Dönnebrink und des Musikers und Komponisten Bernd Holz.

Die Fotokünstlerin und der Tonkünstler trafen sich erstmals im vergangenen Jahr. Aus einer ersten Zusammenarbeit ist mittlerweile eine Reihe von kleinen Kunstwerken entstanden, in denen sich Fotos und Musik auf wunderbare Weise ergänzen und gemeinsam etwas Neues entstehen lassen, das mehr ist als die Summe seiner Teile:


Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Mo-Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr

Zu sehen sind die Naturimpressionen mit Musik auch auf der Website und im YouTube-Kanal von Bernd Holz.

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Plötzlicher Gedächtnisverlust …

Köln, 3. März 2009:

[Video: tbrmensch2]

Der Einsturz des historischen Stadtarchivs zu Köln – ein plötzlicher Gedächtnisverlust mit doppelter Todesfolge, der vermeidbar gewesen wäre. Peter Meisenberg hat für das ARD-Radiofeature das »koordinierte Unglück« rekonstruiert und »das Prinzip der kollektiven Verantwortungslosigkeit« eindrucksvoll dokumentiert: »Der Einsturz zu Köln«
[Podcast und Manuskript zur Sendung sowie Diskussionsmöglichkeit, evtl. nicht dauerhaft verfügbar]

WDR-Sinfonieorchester: 7. Mahler mit der Maus …

Freitag, 26. Februar 2010: In der Kölner Philharmonie versammelt sich am Abend das Publikum des WDR-Sinfonieorchesters, das mit seinem dritten Abonnementkonzert unter dem Motto»Romantik im Fokus« seinen Konzertzyklus zu Ehren des 150. Geburtstags von Gustav Mahler fortsetzt.

Nach der Pause findet sich das Publikum wieder ein, um dem Hauptwerk des Abends zu lauschen, der 7. Sinfonie des spätromantischen Komponisten. Von WDR-Redakteurin Eva Küllmer hervorragend in das Konzert eingeführt, verfolgt das Publikum die zuvor kenntnis- und anekdotenreich erläuterte Vertonung von Mahlers ausgeprägter Naturliebe. In seiner 7. Sinfonie hat er sich nahezu anderthalb Stunden Zeit genommen, um seiner Naturverbundenheit auf die ihm eigene Weise Ausdruck zu verleihen: durch volksliedhafte Melodiegestaltung, mit romantischem Hörner- und Trompetenklang und mehrfachem Einsatz von Kuhglockengeläut.

Der vorletzte Satz, ein »Nachtmusik II« überschriebenes Andante amoroso, hat gerade begonnen: Rund 120 festlich gekleidete Musikerinnen und Musiker zaubern unter ihrer amerikanischen Gastdirigentin Marin Alsop eine romantische Serenadenstimmung, die das Publikum ins Träumen versetzt, als plötzlich leichte Wellenbewegungen zunächst durch die Orchesterreihen gehen und schließlich auch das Publikum erreichen.

»Hier kommt die Maus!«

»Hier kommt die Maus!«

Ein kleines Mäuschen, entschlossen zu einem Abendspaziergang übers Podium, läuft zwischen den Beinen der Musiker und unter den Röcken der zum Teil in langen Abendkleidern und Stilettos gewandeten Musikerinnen umher, bis es die Aufmerksamkeit des ganzen Saales auf sich gezogen hat. Marin Alsop scheint um jeden Zentimeter des Dirigentenpodestes froh zu sein, lässt sich aber vom seelenruhig umherwandernden kleinen Nager ebenso wenig bei der Fortsetzung des innigen Spiels beirren, wie die Musikerinnen und Musiker, an deren erhobenen Beinen man jeweils erkennen kann, wo sich der Gast mit Fell gerade befindet.

Sollte es an ihm liegen, dass der letzte Satz besonders rasch gespielt wird und der Schluss ausgesprochen fulminant gerät? Marin Alsop verlässt ihr Podest jedenfalls erst, als sie sich (scherzhaft) nach allen Seiten vergewissert hat, dabei niemandem zu nahe zu treten. Die Piccoloflötistin lässt es sich nicht nehmen, kurz bevor das Orchester abtritt noch schnell die Anfangstöne der »Sendung mit der Maus« zu spielen und hat damit die Lacher auf ihrer Seite.

Gustav Mahler wäre dieses kleine Naturschauspiel während seiner 7. Sinfonie sicher eine wahre Freude gewesen. Ich für meinen Teil, war am gestrigen Abend froh um meinen Beobachtungsposten auf der Empore oberhalb des Orchesters und hätte im Abendkleid mit Geige unterm Kinn auf der Bühne sitzend für nichts garantieren können ;-)