Schlagwort-Archive: Peter von Matt

„Sieh einmal, hier steht er …

Pfui! Der Struwwelpeter!

Pfui! Der Struwwelpeter!

… immer noch“, möchte man der Anfangszeile von Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter hinzufügen, denn auch im 200. Geburtsjahr seines geistigen Vaters – der heute Geburtstag hat – erfreut sich der unzähmbare Peter größter Beliebtheit.

Erst kürzlich ist eine Neuausgabe im Reclam-Verlag erschienen, die ein sehr lesenswertes Nachwort des Schweizer Germanisten Peter von Matt enthält. Auszugsweise war sein Essay „Das Gegenkind“ bereits im März in der Neuen Zürcher Zeitung als Vorabdruck zu lesen.

Durch ihn habe ich erfahren, dass der Struwwelpeter aus der homöopathischen Auffassung geboren wurde, Gleiches mit Gleichem zu heilen: Hoffmann hatte als Kinderarzt mit dem Umstand zu kämpfen, dass die Eltern unwilligen Kindern gerne mit dem „Onkel Doktor“ drohten, was dazu führte, dass sie große Angst vor ihm hatten und es für ihn als Arzt fast unmöglich war, die vor ihm zitternden Kinder zu untersuchen. Als „Schocktherapie“ ließ er deshalb vor den Augen der zeternden Kinder Zeichnungen des wilden, ungezähmten Struwwelpeters entstehen. Erschrocken und fasziniert von diesem Vorläufer des Zeichentrickfilms, beruhigten sich die Kinder und ließen sich von ihm abtasten.

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