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Twitteratur-Rätsel vom Feinsten!

Protextbewegung24 Tage lang habe ich bei der Protextbewegung hinter jedes Twitteratürchen geblickt, fast täglich mitgeraten und den Auflösungen entgegengefiebert.

Das Twitteratur-Team der Protextbewegung hat mit sehr viel Hingabe und Fleiß den literarischen Advent für anspruchsvolle und populäre Geschmäcker, Junge und Alte, Jungfrauen und nicht mehr ganz so junge Frauen, Indianer und Umherirrende, kurz: für uns alle sehr anregend gestaltet.

Mir haben die Twitteratürchen so gut gefallen, dass ich sie wirklich vermissen werde. Zum Glück gibt’s morgen ja noch einen kleinen Nachschlag. Und ab übermorgen werde ich dann fleißig »lesen!«, damit ich im nächsten Jahr sofort wieder miträtseln kann.

Derweil wünsche ich dem Twitteratur-Team eine schöne Weihnachtszeit und sage mit Bert Kaempfert von Herzen »DANKESCHÖN!!!«:

Adventskalender für Hirn und Bauch

Wer von Adventskalendern nicht genug bekommen kann und bis Weihnachten auch noch ein wenig sein Hirn und die Bauch- und Lachmuskeln trainieren möchte, dem kann ich wärmstens empfehlen:

Den Twitteratur-Adventskalender der Protextbewegung (befüllt von Elke, Julia und Tina): Hier ist jeden Tag anhand eines Tweets zu erraten, um welche literarische Figur, welchen Autor und welches Werk es sich handelt. Und was zu gewinnen gibt’s auch!

Den Adwitzkalender der Textguerilla (befüllt von atemwort): Eine wunderbare Art, angelagerte Schokoladenhüftringe wieder abzutrainieren – täglich ein Witztürchen öffnen und gute Laune gewinnen!

Viel Spaß beim Kopfnüsseknacken und Schmunzeln!

Die Zeitung: Bestechende »Hardware«, fehlerhafte »Software« …

[via Protextbewegung]

Wird es in 20 Jahren noch Zeitungen geben?

Nun, die unschlagbare »technische Ausstattung«, die uns hier eindrucksvoll präsentiert wird, lässt das »Modell Zeitung« durchaus zukunfts- und konkurrenzfähig erscheinen:

  • ultraflach
  • riesiges Display
  • unendliche Akkulaufzeit
  • Informationen »on demand«verfügbar, auf Wunsch auch per Flatrate (Abo)
  • einfache Archivierung mittels Strip-out-Funktion …

Wenn diese vorteilhafte »Hardware« mit ebenso unschlagbarer »Software« gepaart wird, dürfte im Grunde gar nichts mehr schief gehen.

Die »Software«, die in der aktuellen Debatte gerne auch als »Qualitätsjournalismus« bezeichnet wird, um sich von vermeintlich geringwertigeren digitalen Veröffentlichungen abzuheben, lässt allerdings auf einem Gebiet immer mehr zu wünschen übrig: bei der korrekten und fehlerfreien Verwendung der deutschen Sprache.

Papperlapapp, was soll denn diese Korinthenkackerei?

Ich habe mich gefragt, ob es mich als »Sprachberufene« einfach übermäßig stört, dass sich Flüchtigkeits-, Rechtschreib- und Grammatikfehler in den Printmedien auffallend häufen. Vielleicht zählt ja das Gros der ZeitungsleserInnen den kompetenten und sorgfältigen Umgang mit der Sprache nicht zu den wichtigen Kriterien des Qualitätsjournalismus, der die Zukunft der Zeitungen maßgeblich mitbestimmen wird.

Deshalb war ich auch sehr gespannt auf die Umfrageergebnisse der Zeitungsaktion, die die Protextbewegung im Frühjahr gestartet hatte: Wie wird die sprachliche Qualität der Zeitungen von den LeserInnen wahrgenommen?

Jetzt liegt das Umfrageergebnis vor und es bestätigt, dass die sprachliche Form als Zeichen für Qualität und Glaubwürdigkeit nicht unterschätzt werden sollte:

Auch außerhalb von Text- und Medienberufen gaben über 80 Prozent der Befragten an, dass die Aussage: „Über sprachliche Fehler in der Zeitung ärgere ich mich“ zuträfen oder nur teilweise zuträfen.

Der Ärger über mangelnde sprachliche Qualität wirkt sich nicht zuletzt auf die Glaubwürdigkeit der Zeitungen aus. Der Aussage: „Wenn in einer Zeitung viele sprachliche Fehler auftreten, dann zweifele ich auch an deren Glaubwürdigkeit“ stimmten 47,8 Prozent zu und 42,9 Prozent teilweise zu. Das heißt: Über 90 Prozent der Teilnehmer unserer Umfrage machen die Glaubwürdigkeit der Zeitung zumindest teilweise von der Sprache abhängig!

Und weiter?

Schön. Nun weiß ich also, dass ich nicht alleine bei der Zeitungslektüre vom Wackeldackel-Syndrom befallen werde. Offensichtlich sind andere ebenfalls der Meinung, dass Sorgfalt und Professionalität bei der Themenrecherche sich auch in der anschließenden Niederschrift widerspiegeln sollten, damit der Inhalt nicht wegen der fehlerhaften Form infrage gestellt wird.

Wenn es auch in den Zeitungsredaktionen niemals mehr KorrekturleserInnen geben wird und mir das Engagement für Professionalität im Sprachgebrauch oft wie der Kampf gegen Windmühlenflügel vorkommt: Ich bin doch nach wie vor überzeugt, dass es sich lohnt, den Stein mit steten Tropfen weiter zu höhlen.

Ich glaube, dass es in Zukunft sogar noch wichtiger sein wird, sich in allen Bereichen – auch sprachlich – professionell zu präsentieren. Und es werden sich bestimmt neue Weg finden, wie wir KorinthenkackerInnen mit den QualitätsjournalistInnen ins Geschäft kommen ;-)

Fleißkärtchen für Anne & Friends!

Die gestrige Post brachte mir nicht nur meinen spannenden Sommergast, der mich gleich in Beschlag genommen hat, sondern auch noch einen Umschlag vom Pons Verlag, der eine erstklassige Überraschung enthielt:

Oh, wie schön ... !

Ein DIN-A5-Schulheft in grünem Schutzumschlag, handschriftlich mit meinem Namen und dem dieses Blogs beschriftet.

Nanu? Was soll das denn?

Neugierig habe ich weitergeblättert und fand mein Posting „Happy Birthday, Big Logo Spender!“ säuberlich ausgeschnitten und eingeklebt auf der zweiten Seite. Dazu gab es auf der Nebenseite einen ebenfalls handschriftlichen Kommentar in roter Farbe zu meinem erfreulicherweise fehlerfreien Beitrag im Speziellen und meinem Blog im Allgemeinen, verbunden mit der Bitte, die neue Online-Plattform zur deutschen Rechtschreibung vom Pons Verlag zu testen und zu bewerten.

Huch!

Und nach erneutem Umblättern prangte mir dann auch die Benotung meines Postings entgegen:

Fehler: 0
Note: 1

Was mir zusätzlich noch einen „Absolut-korrekt!“-Bienchenaufkleber eingebracht hatte.

weiterlesen …

Warten auf Christel …

Gut, dass ich für meinen sehnsüchtig erwarteten Gast kein Essen im Ofen warm halten muss, sonst wäre ich mittlerweile schon viel verzweifelter. Fräulein  Christel lässt sich nämlich wie eh und je Zeit und trällert dabei fröhlich:
„Denn bei der Post geht’s nicht so schnell“!

Na, dann denke ich dieses Wochenende halt noch ein wenig um die Ecke

„Quasi dasselbe mit anderen Worten“ …

„Was ist eine Übersetzung wert?“ Diese Frage hat meine Kollegin Antje Ritter gestern in ihrem sehr lesenswerten Beitrag im Magazin der Protextbewegung beantwortet.

Und ich möchte nur noch hinzufügen: „Sie kann Gold wert sein!“

Die Protextfahne weht!

Seit heute flattert sie im Wind, die Fahne der Protextbewegung!

Protext! Die Bewegung rollt an ...

Von zahlreichen Profis aus dem Textbereich getragen, hat sich die Bewegung schon vor längerer Zeit im Untergrund formiert und mit überraschenden, kreativen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Im September 2008 brachte die Textguerilla die Diskussion über den Wert von Profitext ins Rollen und sorgte mit ihren Statements für Gesprächsstoff.

Nach und nach wuchs die Anzahl der Sympathisanten und Aktivisten der Protextbewegung, die sich auf ihre Fahne geschrieben hat:

Unser Ziel ist es, der professionellen Textarbeit mehr Anerkennung zu verschaffen. Es muss Schluss sein mit schlechten Texten, mit Dumpingpreisen und Verletzungen des Urheberrechts.

Mit dem Launch ihrer überaus gelungenen, informativen und sehenswerten Website startet die Protextbewegung jetzt ihren Weg in die Öffentlichkeit und informiert auf breiter Front darüber, woran man Profitexte erkennen kann, was Profitext wert ist, wie Profitexter arbeiten und wo man sie findet … außerdem gibt es dort Protext-Profischreibtipps, lustige Fundsachen, ein Gewinnspiel und und und …

Ich kann hier gar nicht alles aufzählen, diese Seite muss man einfach selber gesehen haben!

Die Zukunft der Zeitungen …

Wie sieht die Zukunft der Zeitungen aus? Wird es sie überhaupt noch geben? Wenn ja, in welcher Form? Wenn nein, was tritt an ihre Stelle?

Der amerikanische Autor Clay Shirky und der spanische Journalist und Zeitungsgestalter Javier Errea haben hierzu einen Blick in ihre Kristallkugeln geworfen und ganz unterschiedliche Dinge gesehen.

„Das Undenkbare denken“

Shirky sieht uns in seinem Essay „Newspapers and Thinking the Unthinkable“ ins Jahr 1500 zurückversetzt, einer Zeit des Übergangs und Umbruchs, in der Altes verschwand, bevor erkennbar war, was an seine Stelle treten würde. Dank der Erfindung des Buchdrucks konnten neue Erkenntnisse und Ansichten verbreitet werden, aber wem sollte man bei widersprüchlichen Thesen Glauben schenken? Aristoteles oder Galenos? Der katholischen Kirche oder Luther? Was würde sich letztendlich durchsetzen, wohin würde die Reise gehen? Das war weder zur damaligen Zeit noch heute erkennbar und voraussehbar.

Shirky meint, mit Blick auf die geschichtliche Entwicklung, dass es nicht sinnvoll ist, an alten Strukturen der Informationsvermittlung, wie an gedruckten Nachrichten und Anzeigen auf Papier, festzuhalten, während sich bereits seit vielen Jahren völlig neue Strukturen entwickelt haben:

Society doesn’t need newspapers. What we need is journalism. For a century, the imperatives to strengthen journalism and to strengthen newspapers have been so tightly wound as to be indistinguishable. That’s been a fine accident to have, but when that accident stops, as it is stopping before our eyes, we’re going to need lots of other ways to strengthen journalism instead.

„Eine Zeitung braucht eine Seele“

Obwohl er der konträren Meinung ist, dass es Zeitungen in zwanzig Jahren sehr wohl noch geben wird und sie nicht sehr viel anders aussehen werden als heute, pflichtet Javier Errea im NZZ-Interview „Sie haben zuviel Angst“ dem Ruf nach der Stärkung des Journalismus bei. Nach dem Geheimrezept für die erfolgreiche Zukunft einer Zeitung befragt, meint er:

Die Antwort ist komplex wie auch einfach. Das Rezept ist die Qualität. Mein Eindruck ist der, dass eher kurzfristige Entscheidungen, meist aus Spargründen, die Zeitungsmacher bewegen. Wichtiger wäre die langfristige Sicherung des wichtigsten Guts: der Mitarbeiter.

Zu Qualitätsprinzipien zu stehen, langfristige Perspektiven zu entwickeln und die Kundenbindung zu pflegen, sei aus der Mode gekommen, stattdessen werde in immer kürzeren Abständen „relauncht“ und auf Multimedialität gesetzt. Letzteres hält Errea für besonders kontraproduktiv: „Der multimediale Journalist erscheint mir lächerlich. Ein Print-Journalist ist Print-Journalist“.

Umfrage zur Qualität der Tageszeitungen

Zur sprachlichen Qualität unserer Tageszeitungen hat die Protextbewegung, eine Initiative von Profis aus Werbung und PR, Korrektorat und Lektorat, Journalismus und Redaktion, Übersetzung und Buchsektor gerade eine Umfrage gestartet, mit der sie herausfinden möchte, „wie Zeitungsleser und -leserinnen die sprachliche Qualität der Tageszeitungen in Deutschland wahrnehmen“: Umfrage zur Qualität der Tageszeitungen in Deutschland.

Wirkt sich die rasant abnehmende sprachliche Qualität auch auf die Glaubwürdigkeit des Inhalts aus? Wenn es in Überschriften und Text vor Fehlern nur so wimmelt, zweifle ich dann auch an der Richtigkeit der Aussagen oder stören Fehler gar nicht weiter? Warum sparen sich die allermeisten Tageszeitungen die Überprüfung der sprachlichen Korrektheit, während (ausgerechnet) die Bildzeitung Wert auf das Korrektorat ihrer Texte legt?

Ich bin auf das Ergebnis schon sehr gespannt!