Schlagwort-Archive: Rezension

Die Müllmafia: Eine erschütternde und aufrüttelnde journalistische Recherche

»Da bleibt wenig Raum für Optimismus«, heißt es auf Seite 87 des jüngst erschienenen Buches »Die Müllmafia: Das kriminelle Netzwerk in Europa« der Journalisten Sandro Mattioli und Andrea Palladino.

Obwohl an dieser Stelle erst gut ein Drittel der insgesamt 255 höchst spannenden Seiten erreicht sind, steht am Ende der Lektüre kein anderes Fazit als dieses.

Was die Autoren während ihrer dreijährigen Recherche herausgefunden und streckenweise packend wie in einem Thriller niedergeschrieben haben, ist schier unvorstellbar. Sowohl was das Ausmaß der Kriminalität als auch die Reichweite des internationalen Netzwerkes von Unternehmern, Politikern, Beamten und Mafiosi betrifft, das über Jahrzehnte »gefährlichen Müll«, sprich hochgiftige, teils nukleare Abfälle, verschiffen und versenken oder in Europa und Afrika verbuddeln ließ.

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Sehr unterhaltsam und lehrreich: Fettnäpfchenführer Spanien

Spanien – Land der feurigen Toreros und kastagnettenschwingenden Flamencotänzerinnen, Heimat von Paella und Sangria. Über Spanien braucht man uns doch nix mehr erzählen, das kennen wir wie unsere Westentasche, dort fühlen wir uns wie zu Hause. Und auch die Verständigung klappt bestens: los wochos, los chipsos, los bieros …
Spanien, olé! Nee, nee, Marie, ist dat nit schön? :-)

Lisa Graf-Riemann: Fettnäpfchenführer Spanien | Conbook VerlagWer sich während eines All-inclusive-Urlaubs nur am Strand der Costa Brava rösten oder sich bevorzugt am Balneario Nº 6 unseres 17. Bundeslandes aufhalten möchte, wird mit dem gerade erschienen Fettnäpfchenführer Spanien wenig bis nichts anfangen können. Für alle anderen, die für kurze oder längere Zeit nach Spanien reisen und sich im Vorfeld intensiv mit Land und Leuten vertraut machen möchten, ist der frisch erschienene Führer des Conbook-Verlags ein echter Gewinn.
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Buchempfehlung: Magisches Oberbayern

Als ich mich das letzte Mal als Stoker – sprich als nichtlenkende Tandem-Fahrerin – in Oberbayern aufhielt, bestand die »Magie« dieses Landstrichs für mich unter anderem darin, dass wir am Wegesrand völlig unverhofft liebevoll gestaltete Trinkwasserquellen vorfanden:

Da ahnte ich noch nicht, was es mit der Magie Oberbayerns wirklich auf sich hat. Das weiß ich erst, seit ich mich von Dorothea Steinbacher an die magischen Kraftorte führen ließ, die sie in ihrem wunderbaren Buch »Magisches Oberbayern« beschreibt.

Mit großer Begeisterung bin ich ihr auf den Wanderungen gefolgt, die sie für ihren 320-seitigen, umfassend recherchierten Führer ausgewählt hat. Man merkt gleich, dass man von einer ausgewiesenen Expertin an die Hand genommen wird, die aus einem riesigen Erfahrungsschatz schöpft. Was sie zu berichten weiß, ist gleichermaßen faszinierend und beeindruckend und zeugt von der großen Vertrautheit der Autorin mit Historie, Flora und Fauna der Region.

Dank Dorothea Steinbacher habe ich zum Beispiel vom Schicksal der einzigen bayerischen Moorleiche Rosalinde erfahren (die im Bayerischen Moor- und Torfmuseum Rottau zu sehen ist). Außerdem kenne ich jetzt auch die magischen Orte der bayerischen Landeshauptstadt und weiß, warum um die Münchner Frauenkirche ständig ein garstiger Wind weht.

Allen Liebhabern Oberbayerns kann ich den Führer für die Planung der nächsten Ausflüge und Urlaube wärmstens empfehlen, denn er enthält neben den spannenden Geschichten um die Kraftorte Oberbayerns detaillierte Routenbeschreibungen mit genau beschriebenem Verlauf, Anforderungen, Alternativen und Einkehrmöglichkeiten, die sofort Lust darauf machen, die magischen Orte Oberbayerns zu erkunden. Wobei das Buch nicht nur für Wandervögel eine spannende Lektüre ist. Es ist so interessant geschrieben, dass es auch für Couchpotatoes ein Gewinn ist.

Bibliografische Angaben:
Dorothea Steinbacher
Magisches Oberbayern – Wanderungen zu Orten der Kraft
AT Verlag, 320 S. m. zahlreichen Karten und Abbildungen
ISBN: 978-3038003458
19,90 Euro

»Eine schöne Leich«: Weit mehr als ein spannender Regio-Krimi

Gerstern um Mitternacht war ich endlich erlöst. Gegen 10 Uhr abends hatte ich mich mit Lisa Graf-Riemanns Krimi-Erstling »Eine schöne Leich«, den ich am Wochenende zu lesen begonnen hatte, aufs Sofa verzogen. Zwei Stunden später fand ich mich auf dem Hocker direkt vor dem Kaminofen wieder, weil ich das Buch zwischenzeitlich nicht mal aus der Hand legen wollte, um in Ruhe den Ofen nachzufüllen. Mit anderen Worten: Ich fand es sehr spannend.

Und nicht nur das. Ich war auch ein bisschen traurig, dass die Geschichte, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hatte, nun zu Ende war. Diese ebenso spannende wie traurige, poetische und – trotz düsteren Sujets – an manchen Stellen auch sehr humorvoll geschriebene Erzählung.

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Homeoffice: Den Heimvorteil richtig nutzen!

Warum brauche ich einen Ratgeber für das effektive Arbeiten im Homeoffice?
Es liegt doch die Vermutung nahe, dass ich im eigenen Büro zu Hause ohnehin viel effizienter zum Ergebnis komme, denn schließlich gibt es niemanden, der mich von der Arbeit abhalten oder mir gar dreinreden könnte. Die Chefin bin ich, (geschwätzige) KollegInnen gibt es nicht, es werden keine Meetings zu unpassender Stunde anberaumt … Hach, herrlich! Ich kann einfach loslegen und arbeiten wann und wie es mir gefällt. Theoretisch …

Praktisch kann der Alltag im Homeoffice ganz anders aussehen:

  • Da geht das Druckerpapier aus und man kann nicht mal eben ins Regal zum neuen Paket greifen, weil man leider in der letzten Woche doch nicht mehr dazu gekommen ist, die Büromaterialbestellung aufzugeben.
  • Da brütet man über einer besonders schwierigen Formulierung, es klingelt das Telefon und ein Kunde möchte ein völlig anderes Projekt besprechen oder möglichst sofort ein Angebot bekommen.
  • Da  gibt es Tage, an denen möchte man einfach mittags in eine Kantine gehen können. Nicht weil es dort immer besonders gut geschmeckt hat, sondern weil man sein Mittagessen nicht auch noch selber kochen will … wo man doch schon mal schnell zwischendurch die Wäsche in die Maschine gestopft und auch aufgehängt hat … schließlich ist man ja »zu Hause« und freut sich auch noch darüber, die kleine Pause von der Arbeit nicht »verplempert«, sondern mit einer »sinnvollen Tätigkeit« verbracht zu haben.

Genau diese »alltäglichen« Ablenkungen von der Arbeit können sehr schnell unglaublich viel Zeit und Kraft rauben. Denn im Homeoffice bin ich nicht nur die Chefin, sondern auch diejenige, die die Projekte managt, die Projektarbeit erledigt und zusätzlich – möglichst nebenbei – sämtliche Arbeiten übernimmt, um die sich sonst die Kolleginnen und Kollegen vom Marketing, von der Akquise, aus der Personalabteilung, dem Sekretariat, der Buchhaltung und der Hausmeisterei kümmern. Zu den selbstständigen Tätigkeiten im Homeoffice gehört nämlich nicht zuletzt auch das Reinigen desselben, sofern man sich diese Arbeit nicht von einem guten Geist abnehmen lassen kann.
Nach gut fünf Jahren Praxiserfahrung im eigenen Homeoffice habe ich viele der Fallstricke schon kennengelernt, die das Arbeiten zu Hause erschweren und behindern können und natürlich habe ich im Lauf der Jahre auch schon häufiger zur einschlägigen Ratgeberliteratur gegriffen.

Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg legen mit ihrem Buch »Homeoffice – Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement« nun einen patenten Ratgeber vor, an dem ich sehr schätze, dass er – im Gegensatz zu anderer Selbst- und Zeitmanagementliteratur – besonders passgenau auf die Situation im Homeoffice zugeschnitten ist und den Fokus exakt auf die spezifischen Problemzonen richtet, wie z. B.

  • Abgrenzung von Berufs- und Privatleben (Stichwort »Du bist doch zu Hause!«)
  • effiziente Tages- und Wochengestaltung durch effektives Zeit- und Selbstmanagement (inklusive des wichtigen Kapitels »Wie Sie zur Ruhe kommen und dann wieder in Gang«)
  • gleichberechtigte Gewichtung von privaten und beruflichen Zielen (Stichwort: Gut für sich sorgen)

Die aufgezeigten Lösungswege für die typischen Homeoffice-Gefahrenzonen sind ebenso kompetent wie pragmatisch. Aus meiner Sicht ist der Ratgeber auch für diejenigen eine Bereicherung, die schon länger im Homeoffice arbeiten. Vor allem wegen der Passagen, in denen es um die »Königsdisziplin« der Heimarbeitenden geht: Motivation und Eigenlob. Kurz: Sich selber Gutes tun und sich guten Gewissens regelmäßig auf die Schulter zu klopfen. Die Autorinnen erweisen sich nicht nur in den entsprechenden Motivationskapiteln als anspornende Mutmacherinnen. Durch die klare und übersichtliche Auflistung und Erläuterung der vielfältigen und unterschiedlichsten Anforderungen, die die Arbeit im Homeoffice mit sich bringt, wird zukünftigen Homeworkern offenbart, was sie erwartet und alten Hasen wird deutlich vor Augen geführt, was sie neben der »eigentlichen« Arbeit alles leisten.

Mit ihren praktischen und praktikablen Tipps zeigen Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg auf, wie man den Heimvorteil effektiv für sich nutzen kann und machen ganz unprätentiös (wieder) große Lust auf das Arbeiten im Homeoffice.

Mein Fazit:
Guter Rat, der für 19,90 € nicht teuer, sondern nahezu geschenkt ist!

Wer über das Buch hinaus vom Expertinnenwissen der Autorinnen profitieren möchte, dem kann ich übrigens auch ihr Blog »Kollege Ich«, das Blog für alle, die alleine arbeiten, wärmstens empfehlen!

Und zum krönenden Abschluss noch ein allerletzter heißer Tipp …

Beim aktuellen Rätsel der Protextbewegung kann man den Ratgeber noch bis zum 14. März gewinnen! Viel Glück!

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Birgit Golms, Gudrun Sonnenberg
Homeoffice – Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement
Orell Füssli Verlag, Zürich 2009
ISBN 978-3-280-05359-1

Bestellmöglichkeit in der nächstgelegenen Buchhandlung oder hier.

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Servus, „Schwarztee“!

Im Rahmen der Aktion „Ein Buch geht auf Reisen“ hatte ich die große Ehre, von Anni Bürkl in die Riege der vertrauenswürdigen Gastgeberinnen und Gastgeber für ihren Krimi „Schwarztee“ aufgenommen zu werden. Und nicht nur das:
Bei mir in Düren machte ihr Buch die allererste Station auf seiner Reise von Österreich über Deutschland bis nach Portugal und Australien.

Mein spannender Sommergast

Auf das Abenteuer, einen spannenden Sommergast beherbergen zu dürfen, habe ich mich gerne eingelassen. Obwohl meine Neugier anfänglich auch gegen Bedenken zu kämpfen hatte:

Du kennst deinen Gast doch gar nicht … Vielleicht hat er noch mehr Marotten, außer dass er nur Tee trinkt … Vielleicht hältst du es nicht mal drei Tage mit ihm aus. Was ist, wenn er doch nicht so spannend ist, wie angekündigt? Wie wirst du ihn dann schnell und diplomatisch wieder los? Zumal du auch noch versprochen hast, Bericht über den Besuch zu erstatten …

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war gut, dass meine Neugier größer war als die Unkenrufe des Zweifels, denn ich hatte einen sehr angenehmen Gast, mit dem die zurückliegenden Wochen wie im Flug vergangen sind. Und nun will ich erzählen, was ich von ihm halte, ohne den nachfolgenden Gastgebern zu viel zu verraten …

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