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Norwegische Trolle im WDR Funkhaus

Das WDR Sinfonieorchester Köln lädt sein Publikum heute zu einem Ausflug nach Norwegen ein. Wer möchte, kann sich ab 15 Uhr via Videostream im Lilipuz Familienkonzert in die Traum- und Phantasiewelten des Bauernsohns Peer Gynt entführen lassen.

Edvard Griegs Musik zu Henrik Ibsens gleichnamigem Schauspiel ist weltbekannt. Es gibt kaum einen Klassik-Sampler, auf dem nicht entweder seine »Morgenstimmung«, »Anitras Tanz« oder …

»In der Halle des Bergkönigs« vertreten ist.

Aber worum geht es eigentlich in diesem Stück? Georg Blüml, Nina Kawalun und Professor Plem werden es heute nachmittag erzählen. Und ich bin schon sehr gespannt, ob wir dabei vielleicht auch ein paar norwegische Trolle zu Gesicht bekommen …

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Start in die neue WDR-Konzertsaison mit »mittendrin! Ein Tag mit den WDR-Klangkörpern«

Welch ein fulminanter Auftakt der Konzertsaison 2010/2011! Am Sonntag, den 12.9., öffnete der WDR zum 2. Mal von 11 bis 18 Uhr sein Kölner Funkhaus für die Veranstaltung »mittendrin! Ein Tag mit den WDR Klangkörpern«.

Dieser Tag der offenen Tür ist eine wunderbare Gelegenheit, alle sogenannten »Klangkörper« des WDR kennenzulernen: Das Sinfonieorchester, das Rundfunkorchester, den Chor und die Big Band.

Gleich bei seinem ersten Auftritt um 11 Uhr nahm das WDR-Sinfonieorchester (WSO) das Motto des Tages wörtlich: Das Publikum konnte während der Aufführung von Georges Bizets L’Arlesienne-Suite tatsächlich mitten im Orchester sitzen. Ein seltenes Angebot, das nicht nur kleine, sondern auch große Zuhörer begeistert annahmen:

Foto: be|es|ha

Im wahrsten Sinne »mittendrin« beim WDR-Sinfonieorchester

Und das bekamen sie – mittendrin im Orchester noch viel lauter als im Saal – zu hören:

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WDR-Sinfonieorchester: 7. Mahler mit der Maus …

Freitag, 26. Februar 2010: In der Kölner Philharmonie versammelt sich am Abend das Publikum des WDR-Sinfonieorchesters, das mit seinem dritten Abonnementkonzert unter dem Motto»Romantik im Fokus« seinen Konzertzyklus zu Ehren des 150. Geburtstags von Gustav Mahler fortsetzt.

Nach der Pause findet sich das Publikum wieder ein, um dem Hauptwerk des Abends zu lauschen, der 7. Sinfonie des spätromantischen Komponisten. Von WDR-Redakteurin Eva Küllmer hervorragend in das Konzert eingeführt, verfolgt das Publikum die zuvor kenntnis- und anekdotenreich erläuterte Vertonung von Mahlers ausgeprägter Naturliebe. In seiner 7. Sinfonie hat er sich nahezu anderthalb Stunden Zeit genommen, um seiner Naturverbundenheit auf die ihm eigene Weise Ausdruck zu verleihen: durch volksliedhafte Melodiegestaltung, mit romantischem Hörner- und Trompetenklang und mehrfachem Einsatz von Kuhglockengeläut.

Der vorletzte Satz, ein »Nachtmusik II« überschriebenes Andante amoroso, hat gerade begonnen: Rund 120 festlich gekleidete Musikerinnen und Musiker zaubern unter ihrer amerikanischen Gastdirigentin Marin Alsop eine romantische Serenadenstimmung, die das Publikum ins Träumen versetzt, als plötzlich leichte Wellenbewegungen zunächst durch die Orchesterreihen gehen und schließlich auch das Publikum erreichen.

»Hier kommt die Maus!«

»Hier kommt die Maus!«

Ein kleines Mäuschen, entschlossen zu einem Abendspaziergang übers Podium, läuft zwischen den Beinen der Musiker und unter den Röcken der zum Teil in langen Abendkleidern und Stilettos gewandeten Musikerinnen umher, bis es die Aufmerksamkeit des ganzen Saales auf sich gezogen hat. Marin Alsop scheint um jeden Zentimeter des Dirigentenpodestes froh zu sein, lässt sich aber vom seelenruhig umherwandernden kleinen Nager ebenso wenig bei der Fortsetzung des innigen Spiels beirren, wie die Musikerinnen und Musiker, an deren erhobenen Beinen man jeweils erkennen kann, wo sich der Gast mit Fell gerade befindet.

Sollte es an ihm liegen, dass der letzte Satz besonders rasch gespielt wird und der Schluss ausgesprochen fulminant gerät? Marin Alsop verlässt ihr Podest jedenfalls erst, als sie sich (scherzhaft) nach allen Seiten vergewissert hat, dabei niemandem zu nahe zu treten. Die Piccoloflötistin lässt es sich nicht nehmen, kurz bevor das Orchester abtritt noch schnell die Anfangstöne der »Sendung mit der Maus« zu spielen und hat damit die Lacher auf ihrer Seite.

Gustav Mahler wäre dieses kleine Naturschauspiel während seiner 7. Sinfonie sicher eine wahre Freude gewesen. Ich für meinen Teil, war am gestrigen Abend froh um meinen Beobachtungsposten auf der Empore oberhalb des Orchesters und hätte im Abendkleid mit Geige unterm Kinn auf der Bühne sitzend für nichts garantieren können ;-)